Religion

40.323.000Bevölkerung

241.550 Km2Fläche

Lesen Sie den Bericht
keyboard_arrow_down

homekeyboard_arrow_rightUganda

Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Artikel 29 (c) der ugandischen Verfassung sichert den Ugandern die Freiheit zu, „jede Religion auszuüben und sich dazu zu bekennen, was das Recht umfasst, Anhänger einer religiösen Körperschaft oder Organisation und ihrer Rituale zu sein und auf eine Weise daran teilzunehmen, die dieser Verfassung entspricht“.[1]

Die Abteilung für religiöse Angelegenheiten der Direktion für Ethik und Integrität (direkt dem Amt des Präsidenten unterstellt) hat Mitte 2017 einen Gesetzesentwurf unterbreitet, der die Kontrollbefugnisse der Abteilung erweitern und ihr eine breiter gefasste Regulierung bestehender Religionsgemeinschaften gestatten würde. Der Gesetzesentwurf zielt auf den angeblichen Mangel an Transparenz und die Disharmonie zwischen verschiedenen religiösen Gruppierungen ab.[2] Darüber hinaus sollte er korrupte und betrügerische Praktiken unterbinden, die in erster Linie von abtrünnigen Geistlichen ausgeübt werden. Viele „wiedergeborene“ Kirchen geben an, dass der Gesetzentwurf ein Angriff auf die Religionsfreiheit sei, andere Führer und der interreligiöse Rat von Uganda begrüssen ihn jedoch. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts war noch kein entsprechendes Gesetz verabschiedet.

In einem beispiellosen Zug hat die Kampala Capital City Authority (Stadtverwaltung der Hauptstadt Kampala, KCCA) im April 2017 eine Verordnung erlassen, die jede Art von Strassenpredigten verbietet, insbesondere unter Verwendung von Lautsprechern.[3] Wer gegen die Verordnung verstösst, kann mit einem Bussgeld von 40.000 Shilling (ca. 11 CHF), zwei Monaten Gefängnis oder beidem belegt werden. Einige christliche Gruppierungen haben diese Entscheidung als Angriff auf das Christentum aufgefasst. Andere Beobachter stellten fest, dass die KCAA nicht befugt sei, einen solchen Schritt ohne die vorherige Zustimmung des Parlaments machen.[4]

In jüngerer Zeit sind einige christliche Kirchen in eine Kontroverse darüber verwickelt, inwiefern ihre religiösen Aktivitäten zur Lärmbelästigung in urbanen Gebieten beitragen, da sie leistungsfähige Soundsysteme für die Übertragung ihrer Predigten, Lieder und Gottesdienste verwenden.[5] Die Ursache für die Kontroverse könnten Massnahmen der ruandischen Regierung sein, die im Februar 2017 aus demselben Grund 700 Kirchen geschlossen hatte.[6]

Im März 2018 entzog der ugandische Ausschuss für Kommunikation 12 Radiosendern die Lizenz, die er beschuldigte, die „Hexerei zu fördern“. Angeblich setzten die Sender Medizinmänner und Zauberer ein, um Zuhörer anzuziehen. Einige Journalisten forderten daraufhin, dass ähnliche Massnahmen gegen Sender verhängt werden sollten, die falschen Wunderpredigern und betrügerischen Geistlichen eine Plattform bieten.[7]

Die wichtigsten christlichen und muslimischen Festtage sind gesetzliche Feiertage.

Vorkommnisse

Am 29 Juni 2016 hat die Christliche Universität von Uganda beschlossen, alle nicht-anglikanischen Formen der Anbetung auf ihrem Campus zu verbieten.[8]

Am 26 November 2016 wurden Scheich Mohammed Kiggundu (der auch Major der Streitkräfte war) und sein Leibwächter in einem Vorort von Kampala niedergeschossen. Seit 2012 sind mindestens ein Dutzend muslimische Führer von nicht identifizierten Tätern getötet worden.[9]

Einige der Morde an muslimischen religiösen Führern scheinen mit den Kämpfen rivalisierender muslimischer Gruppen untereinander in Verbindung zu stehen. Die Polizei hat die Morde auch mit der Rebellengruppe Allied Democratic Forces (Vereinte Demokratische Kräfte) im Osten des Landes in Verbindung gebracht.[10] In manchen Fällen hat es den Anschein, als hätten ideologische Differenzen [11] und Streitigkeiten über Immobilien [12] zu den Taten geführt.

Gegen Ende Dezember 2016 führten Anti-Terror-Einheiten in der Moschee von Nakasero (dem Hauptquartier der Tabliq-Gruppe) im Nachgang an ein Ermittlungsverfahren eine Razzia durch, konfiszierten Material und nahmen einige Menschen fest. Einige Tage später fand eine ähnliche Razzia in einer anderen Moschee in Kiwatule im Osten Ugandas statt, bei der es zu weiteren Festnahmen kam. Alle Verhafteten wurden nach einigen Tagen wieder freigelassen.[13]

Am 19. Januar 2017 wurden einige wiedergeborene Evangelisten von einer Menge verprügelt, die sie bezichtigte, im Rahmen eines dreitätigen Kreuzzugs im Unterbezirk Karira (Bezirk Budaka) eine falsche Prophezeiung verbreitet zu haben.[14]

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Im Allgemeinen scheint sich die Lage trotz der Streitigkeiten mit der muslimischen Gemeinde und den Morden an muslimischen Führern insgesamt etwas stabilisiert zu haben. Es ist nicht anzunehmen, dass sich die Situation im Hinblick auf die Religionsfreiheit in absehbarer Zeit bedeutend verändern wird.

„In jüngerer Zeit sind einige christliche Kirchen in eine Kontroverse darüber verwickelt, inwiefern ihre religiösen Aktivitäten zur Lärmbelästigung in urbanen Gebieten beitragen, da sie leistungsfähige Soundsysteme für die Übertragung ihrer Predigten, Lieder und Gottesdienste verwenden“

Endnoten / Quellen

[1] Uganda’s Constitution of 1995 with Amendments through 2005, constituteproject.org, https://www.constituteproject.org/constitution/Uganda_2005.pdf?lang=en, (Zugriff am 16. April 2018).

[2] David Lumu, “Proposed legislation to regulate worship divides religious leaders”, The Observer, 29. Juni 2017, http://observer.ug/lifestyle/53046-proposed-legislation-to-regulate-worship-divides-religious-leaders.html, (Zugriff am 11. April 2018); “IRCU hosts State minister for Ethics and Integrity”, Interreligious Council of Uganda www.ircu.or.ug, 20. April 2017, https://ircu.or.ug/news/ircu-hosts-state-minister-for-ethics-and-integrity/, (Zugriff am 11. April 2018).

[3] Martha Namugerwa, “KCCA Orders Street Preachers Off Kampala Streets”, Business Guide Africa, 21. April 2017, http://businessguideafrica.com/kcca-orders-street-preachers-off-kampala-streets/, (Zugriff am 10. April 2018); “Banning street preachers an attack against Christianity – Buturo”, New Vision, 24. April 2017, https://www.newvision.co.ug/new_vision/news/1451863/banning-street-preachers-attack-christianity-buturo, (Zugriff am 13. April 2018).

[4] “Banning street preachers an attack against Christianity – Buturo”, New Vision, 24. April 2017, https://www.newvision.co.ug/new_vision/news/1451863/banning-street-preachers-attack-christianity-buturo, (Zugriff am 13. April 2018).

[5] Amos Ngwomoya, “Noisy churches: Battle for the soul pollutes towns”, Daily Monitor, 13. März 2018, http://www.monitor.co.ug/SpecialReports/Noisy-churches-Battle-soul-pollutes-towns/688342-4338788-4sgkc3/index.html; “Urban authorities must rein in noisy churches”, Daily Monitor, 14. März 2018, http://www.monitor.co.ug/OpEd/Editorial/Urban-authorities-must-rein-noisy-churches/689360-4340392-u23egnz/index.html, (Zugriff am 2 Juni 2018).

[6] “Rwanda closes ‘700 unsafe, noisy churches’”, BBC News, 28. Februar 2018, http://www.bbc.com/news/world-africa-43225067, (Zugriff am 13. April 2018).

[7] Serestino Tusingwire, “Government suspends licenses of 23 radio stations for promoting witchcraft”, Daily Monitor, 27. März 2018, http://www.monitor.co.ug/News/National/UCC-suspends-licenses-23-radio-stations-promoting-witchcraft/688334-4360180-drcnph/index.html, (Zugriff am 10. April 2018); Alex Nsubuga, “UCC should also suspend FM radio stations with pastors faking miracles”, Daily Monitor, 1. April 2018, http://www.monitor.co.ug/OpEd/Commentary/UCC-should-suspend-FM-radio-stations-pastors-faking-miracles/689364-4366506-a39ub1/index.html (Zugriff am 13. April 2018).

[8] Vivian Agaba, “Students accuse UCU of religious discrimination”, New Vision, 29. Juni 2016, https://www.newvision.co.ug/new_vision/news/1428142/students-accuse-ucu-religious-discrimination, (Zugriff am 10. April 2018).

[9] “Police link Maj. Kiggundu’s assassination to ADF rebels”, Daily Monitor, 26. November 2016, http://www.monitor.co.ug/News/National/Gunmen—kill–Sheik–Maj-Kiggundu/688334-3465564-p75oe4/index.html, (Zugriff am 12. April 2018); Yasiin Mugerwa & Al-Mahdi Ssenkabirwa, “Muslim clerics who have been killed”, Daily Monitor, 26. November 2016, http://www.monitor.co.ug/News/National/688334-3465844-org7g0/index.html, (Zugriff am 12. April 2018).

[10] Siehe zum Beispiel, Opio Sam Caleb, “One killed in Kamuli Mosque wrangle”, Daily Monitor, 21. Oktober 2017, http://www.monitor.co.ug/News/National/One-killed-in-Kamuli-Mosque-wrangle/688334-4149600-iqw4dk/index.html, (Zugriff am 14. April 2018).

[11] Baker Batte Lule, “Mufti Mubajje dragged to court again”, The Observer, 16. Februar 2018, http://observer.ug/news/headlines/56943-mufti-mubajje-dragged-to-court-again.html, (Zugriff am 12. April 2018); Shabibah Nakirigya & Al-Mahdi Ssenkabirwa, “Tabliqs oppose new UMSC changes”, Daily Monitor, 23. Februar 2018, http://www.monitor.co.ug/News/National/Tabliqs-oppose-new-UMSC-changes/688334-4315980-p0se9ez/index.html, (Zugriff am 12. April 2018).

[12] Felix Ainebyoona & Alfred Tumushabe, “Army, police seal off mosque over Muslim wrangles in Bushenyi”, Daily Monitor, 22. März 2018, http://www.monitor.co.ug/News/National/Army–police-seal-off-mosque-Muslim-wrangles-bushenyi/688334-4353094-157hwraz/index.html, (Zugriff am 14. April 2018).

[13] Joseph Kato, “Police raid Nakasero Mosque, several arrested”, Daily Monitor, 27. Dezember 2016, http://www.monitor.co.ug/News/National/Police-raid-Nakasero-Mosque-several-arrested/688334-3498950-9mwdpp/index.html, (Zugriff am 12. April 2018); Joseph Kato & Stephen Kafeero, “More than 10 Muslims arrested in Kiwatule Mosque police operation”, Daily Monitor, 30. Dezember 2016, http://www.monitor.co.ug/News/National/12-Muslims–Kiwatule-Mosque–police–operation–/688334-3502132-rnvfpez/index.html, (Zugriff am 12. April 2018).

[14] Mudangha Kolyangha, “Born-again Christians beaten over false prophecy”, Daily Monitor, 19. Januar 2017, http://www.monitor.co.ug/News/National/Born-again-Christians-beaten-over-false-prophecy/688334-3619590-c1295w/index.html, (Zugriff am 14. April 2018). Andere christliche Quellen geben jedoch an, dass diese Informationen nicht korrekt seien; ihnen zufolge habe es sich bei den Angreifern um Muslime gehandelt, die wütend über die Evangelisierungsaktivitäten im Rahmen des Kreuzzugs gewesen seien. Siehe dazu: “Church leader in Eastern Uganda refutes news story on church attack”, Morning Star News, 16. Februar 2017, https://morningstarnews.org/2017/02/church-leader-eastern-uganda-refutes-news-story-church-attack/, (Zugriff am 14. April 2018).

Über uns

KIRCHE IN NOT (ACN) ist ein internationales katholisches Hilfswerk, das direkt dem Heiligen Stuhl untersteht. Es wurde 1947 gegründet. Es unterstützt pro Jahr über 6000 pastorale Projekte in über 140 Ländern pro Jahr. Durch die drei Säulen – Information, Gebet, Handeln – hilft KIRCHE IN NOT Christen, wo sie verfolgt, unterdrückt werden oder in Not sind.