Religion

10.300Bevölkerung

21 Km2Fläche

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homekeyboard_arrow_rightNauru

Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Die südpazifische Insel Nauru liegt im Süden der Marshallinseln und hat rund 10.300 Einwohner. Das Land ist die weltweit kleinste Republik.

Die Verfassung Naurus erkennt in ihrer Präambel „Gott als allmächtigen und immerwährenden Herrn und Geber aller guten Dinge“ an.[1] Laut Verfassung haben die Menschen das Recht, „alleine oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat ihre Religion oder ihren Glauben bei Gottesdiensten, im Unterricht, bei der Ausübung oder Einhaltung religiöser Pflichten zu bekunden oder zu verbreiten”. Menschen sind darüber hinaus berechtigt, ihre Religion oder ihren Glauben zu wechseln. Diese Rechte können gesetzlich eingeschränkt werden, falls dies „im Interesse der Landesverteidigung, öffentlichen Sicherheit, öffentlichen Ordnung, öffentlichen Moral und Volksgesundheit erforderlich sein sollte“ oder falls damit die Religionsausübung gewährleistet und verhindert werden soll, dass „sich Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften ungebeten einmischen“.

Laut Verfassung müssen Schulkinder nicht am Religionsunterricht oder an Gottesdiensten teilnehmen, wenn dies nicht ihren religiösen Überzeugungen entspricht. Staatliche Schulen sind nicht dazu verpflichtet, Religionsunterricht anzubieten. Einige Kirchen betreiben Privatschulen oder führen Religionsunterricht an staatlichen Schulen durch.

Dem CIA World Factbook (CIA-Weltalmanach) zufolge sind mehr als die Hälfte der in Nauru lebenden Protestanten Mitglieder der Kongregationalistischen Kirche (35,7 %), während die Katholiken einen Anteil von 33 % an der Bevölkerung haben.[2] Mehr als 10 % der Einwohner sind Anhänger eines chinesischen Volksglaubens. Seit Eröffnung eines Auffanglagers für Asylsuchende befinden sich auch einige Hundert Muslime auf der Insel.

Um Trauungen vornehmen, missionieren, religiöse Gebäude errichten und öffentliche Gottesdienste abhalten zu können, müssen sich Religionsgemeinschaften beim Staat registrieren lassen. Für eine Registrierung sind mindestens 750 Mitglieder erforderlich. Derzeit sind die Katholische Kirche, die Kongregationalistische Kirche, die Pfingstbewegung und die Nauru Independent Church (Unabhängige Kirche Naurus) staatlich registriert. Berichten zufolge werden bei der Registrierung keine bestimmten Gruppen benachteiligt. Gemäss kleineren Glaubensgemeinschaften, die nicht genug Mitglieder für eine Registrierung haben, ist diese auch nur dann unbedingt erforderlich, um staatlich anerkannte Trauungen durchzuführen.

Die Entscheidung der Behörden, ein australisches Auffanglager für Asylsuchende im Land zu errichten, wurde in Nauru kontrovers aufgenommen. Es bestehen ernstzunehmende Vorwürfe, die Misshandlungen an Bewohnern des Auffanglagers anprangern. Darüber hinaus wird behauptet, dass die Behörden von Nauru den Medien keine Einreisegenehmigung erteilt haben, um eine Berichterstattung über die Lage zu verhindern.[3] Für eine Einschränkung der Religionsfreiheit im Auffanglager gibt es keine Anhaltspunkte. Den Aussagen unabhängiger Beobachter zufolge respektiert die Regierung generell die Religionsfreiheit.[4] 2008 hob die Regierung Beschränkungen in Bezug auf die missionarischen Tätigkeiten der Zeugen Jehovas auf, denen in der Vergangenheit die Einreise verweigert wurde.[5] Die Vertreter der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage berichten, dass die Einreise von Missionaren in das Land nicht eingeschränkt wurde.[6] Missionare verschiedener christlicher Gemeinschaften können ihre Aktivitäten laut eigener Aussage frei ausüben.

Vorkommnisse

Gemäss aktuellen Berichten fand keine staatliche oder gesellschaftliche Diskriminierung von Einzelnen oder Gruppen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit statt.

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich die Situation in Bezug auf die Religionsfreiheit in Nauru in absehbarer Zukunft verändern oder verschlechtern wird.

„Den Aussagen unabhängiger Beobachter zufolge respektiert die Regierung generell die Religionsfreiheit. 2008 hob die Regierung Beschränkungen in Bezug auf die missionarischen Tätigkeiten der Zeugen Jehovas auf, denen in der Vergangenheit die Einreise verweigert wurde.“

Endnoten / Quellen

[1] Nauru‘s Constitution of 1968, subsequently amended, constituteproject.org, https://www.constituteproject.org/constitution/Nauru_2015.pdf?lang=en, (abgerufen amsTAND am 17. Februar 2018).

[2]  „Nauru“, The World Factbook, Central Intelligence Agency, https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/print_nr.html, (abgerufen am am 17. Februar 2018).

[3] Ben Doherty, „A short history of Nauru – Australia’s dumping ground for refugees“, Guardian, 10. August 2016, https://www.theguardian.com/world/2016/aug/10/a-short-history-of-nauru-australias-dumping-ground-for-refugees, (abgerufen am am 17. Februar 2018).

[4] „Nauru“, Freedom in the World 2016, Freedom House, https://freedomhouse.org/report/freedom-world/2016/nauru, (abgerufen am am 17. Februar 2018).

[5] Richard Hunter, „The Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints Newsroom – Nauru“, https://www.mormonnewsroom.org/facts-and-statistics/country/nauru, (abgerufen am am 17. Februar 2018).

[6] Bureau of Democracy, Human Rights and Labor, „Nauru”, International Religious Freedom Report for 2016, U.S. Department of State, U.S. Department of State, https://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religiousfreedom/index.htm#wrapper, (abgerufen am am 17. Februar 2018).

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