Religion

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Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Die Verfassung von Mauritius aus dem Jahr 1968 (2016 überarbeitet und geändert) erklärt Religionsfreiheit zu einem Grundrecht;[1] somit ist Diskriminierung aufgrund religiöser Gesinnung verboten. Die Menschen haben weiterhin das Recht, zu einer anderen Religion zu konvertieren, und Gläubige dürfen religiöses Material auch unter denjenigen verteilen, die ihrer Gemeinschaft nicht angehören. Niemand darf jedoch gezwungen werden oder andere zwingen, an Gottesdiensten teilzunehmen oder den Geboten einer Religionsgemeinschaft zu folgen. Neue Religionsgemeinschaften dürfen gegründet werden und können sich registrieren lassen. Die Regierung schützt die Rechte der Menschen, aber die Regulierung von Religion gestaltet sich recht unaufdringlich.[2] Aufenthaltsgenehmigungen für Missionare sind auf drei Jahre ohne Verlängerung begrenzt.[3]

Religionsunterricht wird sowohl in staatlichen Schulen als auch an Privatschulen erteilt. Darüber hinaus gewährt die Regierung Religionsgemeinschaften regelmässig Zuschüsse, deren Höhe sich nach der Anzahl ihrer Mitglieder (gemäss der letzten Volkszählung) richtet.[4]

Vorkommnisse

Noch immer bestehen ethnische Spannungen im Land, insbesondere zwischen Muslimen und der hinduistischen Mehrheitsbevölkerung. Dies spiegelt Spaltungen wider, die stark mit Ethnizität und Religionszugehörigkeit verbunden sind.[5] Ebenso fühlt sich die kreolische Gemeinschaft (hauptsächlich Nachkommen von ehemaligen Sklaven gemischter Abstammung, die dem Katholizismus angehören) im Vergleich zu anderen Volksgruppen diskriminiert, insbesondere beim Zugang zu Arbeitsplätzen.[6] Dennoch wurde über keine grösseren gewalttätigen, religiös motivierten Ereignisse berichtet, und die allgemeine Lage gestaltet sich etwas besser als in den vergangenen Jahren.

Der Conseil des religions (Rat der Religionen; CDR) fördert seit 2001 Harmonie, Dialog und friedliches Zusammenleben zwischen den Religionen. Im Zentrum stehen dabei die traditionell wichtigsten Gemeinschaften der Bahai, Buddhisten, Christen und Hindus sowie muslimische und jüdische Gemeinschaften; die Arbeit des Rates umfasst darüber hinaus aber auch zahlreiche kleinere Glaubensrichtungen.[7] Der Rat fördert unter anderem die interreligiöse Bildungsarbeit in Schulen und kooperierte bereits mit dem Bildungsministerium bei der Entwicklung eines Lehrplans für interkulturelle Bildung.[8]

Zwei Moscheen und ein muslimischer Friedhof im Bezirk Savanne berichteten über Beschädigungen, darunter auch Graffiti. Die Lokalpresse vermutete, dass es sich im Fall des Friedhofes bei den Tätern um Unterstützer der Organisation Hindu Swayamsevak Sangh, (hinduistische Patriotismusorganisation, HSS) handelte.[9]

In Port Louis wurde ein tamilischer Tempel durch Vandalismus beschädigt.[10]

Mehrere hinduistische Gebetsstätten in verschiedenen Teilen des Landes fielen ebenfalls Vandalismus zum Opfer. Der Polizei wurde vorgeworfen, dass sie die für die Schäden verantwortlichen Täter in diesen Fällen nicht stellen konnte.[11]

Der Rat der Religionen wendete sich mit einem Brief an den Premierminister, um sich über Drohungen zu beschweren, die nach Nothilfemassnahmen für die Opfer des Zyklons Berguitta in den sozialen Medien auftauchten. Die Drohungen richteten sich gegen bestimmte ethnische und religiöse Gruppen (hauptsächlich christliche Kreolen). Der Rat rief die Regierung dazu auf, strengere Gesetze zu verabschieden, um solchen Handlungen entgegenzuwirken.[12]

Auf dem hinduistischen Maha-Shivaratri-Festival in Vandermeesh, Rose Hill und Phoenix wurden angeblich Fruchtsaftflaschen unter Pilgern verteilt, die mit Kerosin und Insektiziden gefüllt waren; es gab jedoch keinerlei Berichte über Tote oder Verletzte.[13]

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Angesichts der derzeitigen Lage sind für die nahe Zukunft keine relevanten Veränderungen zu erwarten.

„Noch immer bestehen ethnische Spannungen im Land, insbesondere zwischen Muslimen und der hinduistischen Mehrheitsbevölkerung. Ebenso fühlt sich die kreolische Gemeinschaft (hauptsächlich Nachkommen von ehemaligen Sklaven gemischter Abstammung, die dem Katholizismus angehören) im Vergleich zu anderen Volksgruppen diskriminiert, insbesondere beim Zugang zu Arbeitsplätzen.“

Endnoten / Quellen

[1]     Mauritius’s Constitution of 1968 with Amendments through 2016, constituteproject.org, https://www.constituteproject.org/constitution/Mauritius_2016.pdf?lang=en (besucht am 23. Mai 2018).

[2]     Cf. The Arda (Association of Religion of Data Archives)  http://www.thearda.com/internationalData/countries/Country_147_3.asp

[3]     Bureau of Democracy, Human Rights and Labor, “Mauritius”, International Religious Freedom Report for 2016, US State Department, https://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religiousfreedom/index.htm#wrapper (besucht am 23. Mai 2018).

[4]     Ibid.

[5]     Ibid.

[6]     Cf. Interview des Autors mit einem in der Sozialarbeit engagierten Kirchenvorsteher.

[7]     History, Council of Religions, http://conseildesreligions.e-monsite.com/ (besucht am 23. Mai 2018).

[8]     “RÉDUIT – CONSEIL DES RELIGIONS : Forum sur l’interculturalité dans le système éducatif”, Le Mauricien, 3. März 2016,  https://www.lemauricien.com/article/reduit-conseil-des-religions-forum-sur-l-interculturalite-systeme-educatif/ (besucht am 23. Mai 2018).

[9]     Bureau of Democracy, Human Rights and Labor, op. cit.

[10]     Ibid.

[11]     Ashminta Banto,  “Lieux de culte saccagés: “Si la police ne fait rien, on prendra les choses en main”, lance la VOH”, Inside News, 30. Oktober 2017, https://www.inside.news/2017/10/30/lieux-de-culte-saccages-si-la-police-ne-fait-rien-prendra-les-choses-en-main-lance-le-voh/ (besucht am 22. Februar 2018).

[12]     Rev Philippe Goupille, “Lettre au premier ministre”, 26. Januar 2018, https://pastoralzenn.org/wp-content/uploads/2018/02/Lettre-au-Premier-Ministre-version-finale-26.01.18-1.pdf (besucht am 23. Mai 2018).

[13]     Nicholas Atiane,  “Du ‘diesel’ et du ‘pétrole’ dilués dans du jus, distribués aux pèlerins”, Inside News, 12. Februar 2018, https://www.inside.news/2018/02/12/du-diesel-et-du-petrole-dilues-dans-du-jus-distribues-aux-pelerins/ (besucht am 22. Februar 2018); Vishal Seddur, “Acte machiavélique : Les jus destinés aux pèlerins contenaient de l’insecticide et du kérosène”, Inside News, 12. Februar 2018, https://www.inside.news/2018/02/12/acte-machiavelique-les-jus-destines-aux-pelerins-contenaient-de-linsecticide-et-du-kerosene/ (besucht am 22. Februar 2018).

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