Religion

53.100Bevölkerung

181 Km2Fläche

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homekeyboard_arrow_rightMarshallinseln

Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Die Marshallinseln sind „zwei Inselketten mit 29 Atollen, die jeweils aus vielen kleinen Inseln und fünf grösseren Inseln bestehen”.[1] Sie liegen auf halbem Weg zwischen Hawaii und Australien.

Die Verfassung des Landes garantiert jedem Menschen das Recht auf „freie Ausübung des Glaubens”. „Angemessene Einschränkungen” dieses Rechtes können per Gesetz verhängt werden, sofern sie für die „Wahrung des öffentlichen Friedens, der Ordnung, der Gesundheit oder zum Schutz der Sicherheit oder der Rechte und Freiheiten anderer notwendig sind”.[2] Bei dieser Art von Einschränkungen müssen die oben genannten Ziele mit den geringstmöglichen restriktiven Massnahmen erreicht werden und dürfen dabei „nicht ein Verhalten ahnden, das aus Meinungsverschiedenheiten aufgrund von Äusserungen über Anschauungen oder den Glauben resultiert.”[3]

Religionsgemeinschaften sind nicht verpflichtet, sich bei der Regierung registrieren zu lassen. Laut der Verfassung darf das Vorgehen der Exekutive oder der Judikative weder ausdrücklich noch durch praktische Anwendung zu Diskriminierung aufgrund der Religion führen. Weiterhin darf die Regierung gemäss der Verfassung „religiös gestützte Institutionen”[4], welche Dienste im Bereich Bildung, Gesundheitswesen oder Soziales anbieten, unter der Voraussetzung finanzieren, dass es dabei nicht zu Diskriminierung zwischen Gemeinschaften kommt.

Der Grossteil der Inselbewohner sind Christen, und das Christentum stellt seit der Ankunft von westlichen Missionaren auf der Insel im 19. Jahrhundert den grössten kulturellen Einfluss dar. Obwohl es keine offizielle Staatsreligion gibt, beginnen und enden Regierungsveranstaltungen und andere offizielle, öffentliche Versammlungen häufig mit einem christlichen Gebet. Die Zahlen zum jeweiligen Anteil der unterschiedlichen Konfessionen variieren. Die grössten Religionsgemeinschaften sind die United Church of Christ (Vereinigte Kirche Christi) (die laut einiger Quellen 54,8 % der Bevölkerung repräsentiert), die Assemblies of God (25,8 %)  und die Katholische Kirche (8,4 %).[5] Offizielle Statistiken zeigen, dass nahezu alle Einheimischen Christen sind und sich viele der im Ausland geborenen Inselbewohner ebenfalls zu den Christen zählen. Zu den religiösen Minderheiten gehören die Bahai, die Anhänger der Iglesia ni Christo, Juden, Hindus, Ahmadi-Muslime und Baptisten. Diese und weitere religiöse Minderheiten machen weniger als 5 % der Bevölkerung aus. 2012 eröffnete die Gemeinschaft der Ahmadiyya in der Hauptstadt Majuro die erste Moschee, die nach wie vor die einzige auf den Marshallinseln ist.

Alle Angaben deuten darauf hin, dass die in der Verfassung festgeschriebenen Regeln im Hinblick auf die Religionsfreiheit in der Praxis auch respektiert werden. Unabhängige Beobachter wie z.B. Freedom House bestätigten, dass es keinerlei Verstösse gab.[6]

Vorkommnisse

Bei den Nachforschungen wurden während des Beobachtungszeitraumes keinerlei Berichte über schwerwiegende Vorkommnisse gefunden, und es gab nur äusserst wenige Anzeichen von gesellschaftlicher Spannung.

Der Bau der Ahmadiyya-Moschee im Jahr 2012 führte vor Ort teilweise zu Anfeindungen. 2014 wurde die Moschee im Parlament diskutiert.[7] Berichten aus dem Jahr 2017 zufolge, scheinen sich Bedenken und Misstrauen jedoch nicht erhärtet zu haben oder nicht spürbar bestehen geblieben zu sein.[8] 2016 organisierte der vor Ort zuständige Imam eine Konferenz der Weltreligionen, an der Muslime Christen, Juden, Hindus und Atheisten teilnahmen.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Bemerkungen über den „aggressiven Evangelismus” neuerer Religionsgemeinschaften, die sich auf den Inseln niedergelassen haben.[9] Solche Berichte müssen jedoch immer im Kontext mit der weitreichenden Kooperation verschiedener christlicher Konfessionen gesehen werden, so zum Beispiel während des Women’s Day of Prayer (Frauengebetstag) 2017.[10]

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Es deutet nichts darauf hin, dass sich die Situation der Religionsfreiheit auf den Marshallinseln in der nahen Zukunft ändern wird.

„Alle Angaben deuten darauf hin, dass die in der Verfassung festgeschriebenen Regeln im Hinblick auf die Religionsfreiheit in der Praxis auch respektiert werden. Unabhängige Beobachter wie z.B. Freedom House bestätigten, dass es keinerlei Verstösse gab.“

Endnoten / Quellen

[1]‘Marshall Islands’, The World Factbook, Central Intelligence Agency, https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/print_rm.html, (besucht am 17. Februar 2018).

[2] Marshall Islands‘ Constitution of 1979 with Amendments through 1995, constituteproject.org, https://www.constituteproject.org/constitution/Marshall_Islands_1995.pdf?lang=en, (besucht am 17. Februar 2018).

[3] Ibid.

[4] Ibid.

[5] CIA World Factbook, op. cit.

[6] ‘Marshall Islands’, Freedom in the World 2016, Freedom House https://freedomhouse.org/report/freedom-world/2016/marshall-islands, (besucht am 17. Februar 2018).

[7] Siehe zum Beispiel, ‘Muslim community puts down roots in Marshall Islands’, Pacific Institute of Public Policy, 6. August 2014, http://pacificpolicy.org (besucht am 17. Februar 2018).

[8] ‘Muslims in the Marshalls’, Marshall Islands Guide, 25. Februar 2017, http://www.infomarshallislands.com/muslims-in-the-marshalls/, (besucht am 17. Februar 2018).

[9] ‘Christianity in Micronesia’ , (2010), Francis X Hezel S.J., micsem.org, http://www.micsem.org/pubs/articles/religion/frames/christmicrofr.htm, (besucht am 17. Februar 2018).

[10] Women’s Day of Prayer’, Marshall Islands Journal, 9. März 2017, http://marshallislandsjournal.com/?s=catholic, (besucht am 17. Februar 2018).

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