Religion

7.497.000Bevölkerung

56.785 Km2Fläche

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homekeyboard_arrow_rightTogo

Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Die Verfassung der Republik Togo garantiert jedem die Gleichheit vor dem Gesetz, unabhängig von der Religion.[1] Die Religionsfreiheit ist in der Verfassung festgeschrieben, und dieser Grundsatz wird von den Behörden im Allgemeinen respektiert. Die Verfassung untersagt darüber hinaus die Bildung politischer Parteien auf Grundlage einer bestimmten religiösen Identität.[2]

Wie in vielen anderen Ländern Westafrikas ist der Norden des Landes überwiegend muslimisch geprägt, der Süden überwiegend christlich. Die „offiziellen“ Religionen sind Katholizismus, Islam und Protestantismus; andere Konfessionen müssen sich behördlich registrieren lassen.[3] Wenn Religionsgemeinschaften die gleichen Privilegien geniessen wollen wie die „offiziellen“ Religionen, wie z.B. zollfreie Importe, dann ist die Registrierung zwingend erforderlich.[4] Um sich registrieren zu lassen, muss eine Religionsgemeinschaft ihre Statuten zusammen mit einer Erläuterung ihrer Lehren, den Namen und Anschriften ihrer geistlichen Führer, den religiösen und allgemeinen Qualifikationen der Mitglieder ihres Klerus, eine Übersicht ihrer Gotteshäuser auf einer Karte und einen Überblick über die finanzielle Situation der Gemeinschaft vorlegen. Die Registrierung erfolgt vorläufig, bis die Behörden sich davon überzeugt haben, dass die Gemeinschaft ethische Standards und die Standards der öffentlichen Ordnung erfüllt. Dieser Prozess kann Jahre dauern.[5]

Für öffentliche Festivitäten, die eine Störung oder Belästigung darstellen könnten – z.B. durch lautes nächtliches Feiern – ist eine besondere Genehmigung des Directorate of Religious Affairs (Direktorat für Religionsangelegenheiten) erforderlich.[6] An staatlichen Schulen wird kein formaler Religionsunterricht erteilt; an vielen katholischen, protestantischen und muslimischen Schulen stellt die Regierung jedoch zusätzliche Lehrkräfte für den Religionsunterricht bereit.[7]

Vorkommnisse

Im Berichtszeitraum fanden keine institutionellen Veränderungen statt, die eine Auswirkung auf die Religionsfreiheit gehabt hätten. Ebenso lagen keine Berichte über bedeutende Vorfälle vor, die die Religionsfreiheit in Togo eingeschränkt hätten. Die Beziehungen zwischen der Regierung und den Religionsgemeinschaften sind im Allgemeinen gut. So hat Papst Franziskus beispielsweise am 28. Januar 2016 den Präsidenten der Republik Togo, Faure Essozimina Gnassingbé, willkommen geheissen und mit ihm über die Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Togo gesprochen.[8] Thema des Gesprächs war unter anderem der Beitrag der Katholischen Kirche zur Entwicklung des Landes, insbesondere im Bildungsbereich.

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Togo ist eines der 34 Länder, die der von Saudi-Arabien gegründeten Koalition zur Bekämpfung islamistischen Terrors beigetreten sind. Wie sich dies in der Praxis auswirken wird, bleibt abzuwarten.[9] Viele Analysten werten die Tatsache, dass Togo eines von nur vier Ländern in dieser Koalition mit einer nicht-muslimischen Mehrheitsbevölkerung ist, als Zeichen dafür, wie ernst die Bedrohung durch den Dschihad-Terrorismus in Westafrika inzwischen genommen wird.[10]

Gleichzeitig gerät der Präsident Togos, der sich in seiner dritten Amtszeit befindet, zunehmend unter Druck. Die politische Opposition nennt den Staat streng autoritär,[11] und laut einem Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ vom 23. September 2017 protestierten Hunderttausende Togoer eine Woche lang gegen die Präsidenten und forderten seinen Rücktritt.[12] Die interreligiösen Beziehungen in Togo werden jedoch aller Voraussicht nach weiterhin friedlich bleiben und auch im Falle eines Regierungswechsels nicht leiden. Dies hängt jedoch davon ab, dass keine Religionsgemeinschaft von irgendeiner Seite für ihre politischen Zwecke instrumentalisiert wird.

„Die interreligiösen Beziehungen in Togo werden aller Voraussicht nach weiterhin friedlich bleiben und auch im Falle eines Regierungswechsels nicht leiden. Dies hängt jedoch davon ab, dass keine Religionsgemeinschaft von irgendeiner Seite für ihre politischen Zwecke instrumentalisiert wird.“

 

 

 

Endnoten / Quellen

[1] Togo’s Constitution of 1992 with Amendments through 2007, constituteproject.org, https://www.constituteproject.org/constitution/Togo_2007.pdf?lang=en, (Zugriff am 3. März 2018).

[2] Bureau of Democracy, Human Rights and Labor, „Togo“, International Religious Freedom Report for 2016, U.S. State Department, https://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religiousfreedom/index.htm#wrapper, (Zugriff am 2. April 2018).

[3]ebd.

[4]ebd.

[5]ebd.

[6]ebd.

[7]ebd.

[8]„President of Togo Visits Pope“, Zenit, 28. Januar 2016, https://zenit.org/articles/president-of-togo-visits-pope/, (Zugriff am 2. April 2018).

[9] „‘Islamic State‘ seeks new foothold in Africa“, Deutsche Welle, 2. Januar 2018, http://www.dw.com/en/islamic-state-seeks-new-foothold-in-africa/a-41977922, (Zugriff am 11. Februar 2018).

[10] Dietrich Alexander, „Wenn der Saudi mit dem Somalier paktiert“, Welt, 15. Dezember 2015, http://www.welt.de/politik/ausland/article150009806/Wenn-der-Saudi-mit-dem-Somalier-paktiert.html, (Zugriff am 11. Februar 2018).

[11] „Munzinger Länder: Togo“, Munzinger Archiv 2018, https://www.munzinger.de/search/start.jsp, (Zugriff am 30. März 2018).

[12]ebd.

Über uns

KIRCHE IN NOT (ACN) ist ein internationales katholisches Hilfswerk, das direkt dem Heiligen Stuhl untersteht. Es wurde 1947 gegründet. Es unterstützt pro Jahr über 6000 pastorale Projekte in über 140 Ländern pro Jahr. Durch die drei Säulen – Information, Gebet, Handeln – hilft KIRCHE IN NOT Christen, wo sie verfolgt, unterdrückt werden oder in Not sind.