Religion

32.158.000Bevölkerung

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homekeyboard_arrow_rightSaudi-Arabien

Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Salman ibn Abd al-Aziz Al Saud ist seit 2015 König von Saudi-Arabien und damit gleichzeitig Staatsoberhaupt und Regierungschef. Die Regierung gründet ihre Legitimation auf ihre Auslegung der Scharia und das 1992 festgeschriebene staatliche Grundgesetz. Unter der Herrschaft (2005-2015) des verstorbenen Königs Abdullah hatte es vorsichtige Modernisierungsbestrebungen gegeben. Saudi-Arabien besitzt 20 % des weltweit bekannten Erdölvorkommens und ist damit eines der wohlhabendsten Länder der Region und eine Führungsmacht in der arabischen Welt.

Der Ruf nach politischen Reformen und gesellschaftlichem Wandel ist in den letzten Jahren lauter geworden. Forderungen betreffen beispielsweise Meinungsfreiheit oder die Erlaubnis, dass Frauen Auto fahren dürfen. Im Jahr 2016 setzte die saudische Regierung weitreichende wirtschaftliche Reformen um: Ziel der beiden Massnahmenpakete Vision 2030 und National Transformation Programme 2020 (Programm zur nationalen Transformation 2020) ist die Verringerung der Abhängigkeit des Landes vom Öl. [1]

Bis zu 30 % der Bevölkerung Saudi-Arabiens stammen aus dem Ausland [2]. Diese Bevölkerungsgruppe setzt sich vorrangig aus Christen, Buddhisten und Hindus zusammen [3]. In einer inoffiziellen Erhebung schätzt das Apostolische Vikariat Nördliches Arabien die Zahl der römisch-katholischen Zuwanderer in Saudi-Arabien auf 1,5 Millionen. [4] Dabei handelt es sich hauptsächlich um Arbeiter aus Indien und den Philippinen. Einigen Berichten zufolge steigt die Anzahl an Saudis, die sich als Atheisten [5] oder Christen [6] sehen. Da das Konvertieren aus dem Islam in eine andere Religion jedoch drastische soziale und rechtliche Konsequenzen hat, sprechen sie nicht öffentlich über ihre Einstellung. [7] Saudi-Arabien unterhält keine offiziellen diplomatischen Verbindungen mit dem Vatikan. [8]

Saudi-Arabien ist Geburtsort des Islam und Heimat der zwei wichtigsten heiligen Städte der Muslime, Mekka und Medina. Der saudische König trägt den offiziellen Titel „Hüter der heiligen Stätten“. Im Grundgesetz des Landes sind der Koran und die Sunna als Verfassung festgelegt. [9] Obwohl das Gesetz auf der islamischen Rechtsschule der Hanbaliten basiert, ist es stark durch die Lehren von Muhammad ibn Abd al-Wahhab beeinflusst, die auch die Grundlage des Wahhabismus bilden. Der Begriff Wahhabismus wird in Saudi-Arabien zwar nicht benutzt, die im Land praktizierte Form des Islams wird jedoch von verschiedenen Seiten häufig als Wahhabismus beschrieben. Das Land folgt einer strengen Auslegung des sunnitischen Islams, der neben starken Einschränkungen der Frauenrechte schwere Strafen für verschiedenste Verbrechen vorsieht. Auch die Todesstrafe für Minderjährige durch Enthauptung existiert. Saudische Bürger müssen vor dem Gesetz Muslime sein. Nicht-Muslime müssen zum Islam konvertieren, um die Staatsbürgerschaft erwerben zu dürfen. Kinder muslimischer Väter werden automatisch als Muslime angesehen. Die
Verbreitung anderer Interpretationen des Islam als der staatlich verordneten ist in Saudi-Arabien verboten. [10]

Religionsfreiheit ist in Saudi-Arabien weder gesetzlich anerkannt noch geschützt. Die Konvertierung vom Islam zu einer anderen Religion wird als Apostasie betrachtet und wird, ebenso wie Blasphemie gegen den sunnitischen Islam, mit der Todesstrafe belegt. Für Staatsbürger und Ausländer gleichermassen illegal ist ferner das Importieren und Verbreiten nicht-islamischer religiöser Materialien sowie Proselytismus. [11]  Der Bau nicht-muslimischer Gebetsstätten sowie das öffentliche Bekenntnis zu nicht-muslimischen Glaubensrichtungen sind untersagt. Verstösse können Diskriminierung, Belästigungen und Festnahmen nach sich ziehen. Nicht-Staatsbürgern droht die Ausweisung. Die Regierung hat wiederholt erklärt, dass Nicht-Muslime, die nicht zuvor vom Islam konvertiert sind, ihren Glauben privat praktizieren könnten. Praktisch fehlt es jedoch an eindeutigen Regelungen, was dazu führt, dass Gläubige der Willkür lokaler Polizeikräfte ausgeliefert sind. [12]

Religionsunterricht muss der offiziellen Interpretation des Islam folgen und ist in öffentlichen Schulen obligatorisch. Abweichende Lehrpläne sind auch in Privatschulen untersagt. Nicht- muslimische Schüler in Privatschulen müssen das Pflichtfach „islamische Zivilisation“ belegen. [13]

Obwohl im Lande gesetzlich nur muslimische Bestattungen erlaubt sind, gibt es einem US- Bericht zufolge mindestens einen öffentlichen, nicht-muslimischen Friedhof. [14] Nicht-muslimische Kleriker sind in Saudi-Arabien nicht zugelassen. [15]

Angeklagte müssen in Saudi-Arabien gleich und nach den Prinzipien der Scharia behandelt werden. Von den vier sunnitischen Rechtsschulen bildet die hanbalitische Schule in Saudi- Arabien die Grundlage für die Auslegung des islamischen Rechts. Da kein umfassendes, schriftlich niedergelegtes Strafgesetz existiert, fallen Gerichtsbeschlüsse und Urteile von Fall zu Fall äusserst unterschiedlich aus. [16] Menschenrechte werden nicht geschützt. So ist, wie regelmässige Nachrichten im Berichtszeitraum zeigen, etwa die Redefreiheit stark eingeschränkt. Es existieren keine Gesetze gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz aus religiösen, aber auch aus anderen Gründen (Rasse, Geschlecht, Geschlechtsidentität). [17]

Zur Überwachung der Öffentlichkeit existiert in Saudi-Arabien die halbautonome „Kommission für die Förderung der Tugend und die Vorbeugung von Lastern“, die für eine strenge Durchsetzung der wahhabitischen Auslegung islamischer Normen eintritt. Die Mitglieder dieser Religionspolizei müssen seit 2016 offizielle Ausweise bei sich tragen, und ihre Kompetenzen wurden durch ein königliches Dekret drastisch eingeschränkt. Sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime berichten seitdem über einen Rückgang von Drangsalierungen und Razzien.

Als Massnahme gegen islamistische Hetze hat das Ministerium für islamische Angelegenheiten seine Überwachungsmassnahmen in Moscheen und auf Facebook bzw. Twitter verstärkt. [18]

Vorkommnisse

Der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit zufolge werden in Saudi-Arabien weiterhin „Menschen aufgrund abweichender Meinungen oder unter dem Vorwurf der Apostasie, Blasphemie oder Zauberei verfolgt, eingesperrt oder ausgepeitscht.“ [19] Wie auch in anderen muslimischen Ländern steht in Saudi-Arabien auf Apostasie die Todesstrafe.

Die schiitische Minderheit in Saudi-Arabien leidet unter gesellschaftlicher, rechtlicher, wirtschaftlicher und politischer Diskriminierung und ist im Staatsapparat stark unterrepräsentiert. Um dem entgegenzuwirken, veranstaltet die Regierung Anti-Diskriminierungskurse für Angehörige der Sicherheitskräfte. Diese Kurse werden vom King Abdulaziz Center for National Dialogue (König-Abdulaziz-Zentrum für nationalen Dialog) organisiert.

Im Jahr 2016 gab die saudische Regierung Pläne bekannt, nach denen Awamiya, die Heimatstadt des schiitischen Klerikers Scheich Nimr Bāqir Amīn an-Nimr, in ein Gewerbegebiet umgewandelt werden sollte. Dies wurde als Versuch gewertet, die hauptsächlich schiitische Bevölkerung der Stadt zu vertreiben. Obwohl UN-Experten die Regierung aufforderten, die historische Altstadt mit ihren Moscheen und schiitischen Versammlungshallen (Husainīyas) zu erhalten, begannen im Mai 2017 die Abrissarbeiten. Tausende zur Umsiedlung gezwungene Bewohner erhielten finanzielle Entschädigungen. [20]

Im April 2016 beschloss Saudi-Arabien, die Befugnisse der häufig kritisierten „Kommission für die Förderung der Tugend und die Vorbeugung von Lastern“ einzuschränken. Deren Mitglieder können seitdem keine Menschen mehr verhaften und müssen „ihre Aufgabe, also das Fördern von Tugend, sowie Verbieten von Lastern, durch das Erteilen freundlicher und dezenter Ratschläge, ausführen.“ [21] Scheich Ahmed Al Ghamdi, ehemaliger Leiter der Religionspolizei in Mekka, bezeichnete die neuen Regeln als „eine sehr gute Änderung“ für die ca. 5.000 Mitglieder der Kommission. Al Ghamdi fügte hinzu, dass einige der Angestellten [22] den Islam unglücklicherweise falsch verstanden hätten, dieser sei „eine sehr gütige“ Religion.

Was einige als Schritt hin zu einem moderneren Staat sehen, ist für andere ein Versuch, die erzkonservativen Kräfte, die traditionell immer die Königsfamilie stützten, in den Hintergrund zu rücken. Kronprinz Mohammed Bin Salman geht derweil entschieden gegen Kräfte vor, die sich gegen die Reformen stellen. Einige Analysten bezeichnen diese als oberflächliche kosmetische Massnahmen, die nur dazu dienen, Macht und Autorität des Kronprinzen zu konsolidieren. So soll der Eindruck der internationalen Gemeinschaft von Saudi-Arabien verbessert werden, ohne
dass die tief verwurzelten konservativen Kräfte sich ändern müssten. [23]

Im November 2017 gab die Regierung eine Überarbeitung des „Strafgesetzes gegen terroristische Verbrechen und deren Finanzierung“ bekannt, nach der es verboten ist, König und Kronprinz, „so darzustellen, dass Religion und Recht in Verruf geraten“. [24]

Beamte des Zentrums für ideologische Kriegsführung, einer dem Verteidigungsministerium angegliederten Institution, die Mohammed Bin Salman ins Leben gerufen hatte, um extremistischen Ideologie zu bekämpfen, bestätigten im Dezember 2017 verschiedene religiöse Interpretationen von Strafen für Apostasie. Saudische Behörden hielten jedoch daran fest, dass Apostasie ein Verstoss gegen das Grundgesetz des Landes darstelle. [25]

Im März 2018 erklärte der Kronprinz, die Abaya (das traditionelle, von Frauen getragene schwarze Gewand) sei laut islamischer Lehre nicht zwingend vorgeschrieben. [26] In einem Interview mit der Journalistin Norah O'Donnell für den amerikanischen Fernsehsender CBS, sagte der Kronprinz: „Es gibt bei uns Extremisten, die eine Vermischung der Geschlechter verbieten wollen. Sie verstehen nicht, dass es ein Unterschied ist, ob ein Mann und eine Frau an einem Ort alleine sind, oder ob sie am selben Arbeitsplatz arbeiten. Viele dieser Vorstellungen widersprechen der Lebensrealität zur Zeit des Propheten und der Kalifen. Dies ist ein reales Beispiel und das wahre Vorbild [des Islam].“ [27] Diese Aussagen führten zu Aufruhr in den sozialen Medien.

Während dieser Zeit verstärkten saudische Beamte den Kontakt zu christlichen Kirchen. Im November 2017 reiste Kardinal Béchara Raï, der Maronitische Patriarch im Libanon, zu einem offiziellen Besuch nach Saudi-Arabien, wo er König Salman sowie Kronprinz Mohammed Bin Salman traf. [28] Der Besuch stellt das erste Mal dar, dass ein hoher Vertreter der maronitischen Gemeinde eine Einladung ins Land erhielt (die Einladung war ursprünglich 2013 ausgesprochen worden [29] ). Seit dem Besuch des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien Elias IV im Jahre 1975 war dies der erste Besuch eines Patriarchen der Ostkirche im Lande sowie der erste Besuch eines Kardinals. [30] Obwohl die Reise vor allem politischer Natur war, [31] hatte sie auch Symbolcharakter. Da das öffentliche Bekenntnis zu anderen Religionen als dem Islam sowie christliche Symbole und Kirchen im Land weiterhin verboten sind, wurde der Besuch als Zeichen der Öffnung gedeutet. Besondere Beachtung erhielt die Tatsache, dass die Besucher bei offiziellen Treffen offen ihre Gewänder und goldenen Kreuze trugen. [32]

Einige Tage später, traf eine saudische Delegation unter der Führung von Dr. Abdullah Bin Fahd Al-Luhaidan, einem Berater des Ministers für islamische Angelegenheiten, Verkündung des Islams und Orientierung, Papst Franziskus im Vatikan. [33] Der Besuch war geplant worden, um dem Papst für seine Aufrufe zu Frieden und Zusammenleben zu danken sowie seine Zurückweisung einer Verbindung zwischen Religion und Terrorismus und sein Engagement für Frieden und Dialog zwischen den Religionen. [34]

Anfang März 2018 unternahm Kronprinz Mohammed Bin Salman eine historische Reise nach Ägypten, in deren Rahmen er die koptisch-orthodoxe Markuskathedrale in Kairo besuchte und den koptisch-orthodoxen Papst Tawadros II traf. Dies wurde als weiteres Zeichen der Öffnung gedeutet. [35]

Im gleichen Monat traf der Kronprinz während seines Besuchs im Vereinigten Königreich den Erzbischof von Canterbury. Das Ehrenoberhaupt der Anglikanischen Gemeinschaft, Justin Welby, und Mohammed Bin Salman besprachen bei ihrem Treffen den saudischen Entwicklungsplan Vision 2030. [36]

Kardinal Jean-Louis Tauran, Präsident des Päpstlichen Rats für den Interreligiösen Dialog, besuchte im April 2018 Riad, wo er hohe saudische Vertreter sowie König Salman traf. Der Besuch bestärkte die Hoffnung, das Königreich könne sich weiter öffnen. Es war das erste Treffen des saudischen Monarchen mit einem Abgesandten der Katholische Kirche. In einer beispiellosen Erklärung sagte der Kardinal: „Ich finde, dass alle Religionen mit zwei Gefahren konfrontiert werden, nämlich mit dem Terrorismus und der Ignoranz.“ Des Weiteren bat er darum, „dass man in den Schulen gut über Christen und Nicht-Muslime reden möge und sie nicht als Bürger zweiter Klasse ansehen solle.“ [37] Der Kronprinz versprach, im Rahmen der gesellschaftlichen Veränderungen und des Vision 2030-Programms, den interreligiösen Dialog als Teil der Reformen voranzutreiben. Kardinal Tauran sagte, die junge Generation könne einen Anteil daran haben, das Land zu verändern. [38]

Der Besuch des Kardinals fiel mit dem Jahrestag der Eröffnung der ersten Moschee in Rom im Jahr 1995 zusammen. Diese war mit dem Segen des Vatikan eingeweiht worden. Der verstorbene Papst Johannes Paul II hatte damals in einer Rede gesagt, nach einem solch bedeutenden Ereignis müsse darauf hingewiesen werden, dass solche Zeichen der Religionsfreiheit in einigen muslimischen Ländern nicht möglich seien. Auf der Schwelle zum dritten Jahrtausend erwarte die Welt diese Zeichen. [39]

Trotz dieser Zeichen der Öffnung, wird weiterhin hart gegen Aktivisten vorgegangen. So wurde im März 2017 beispielsweise das Urteil gegen den saudischen Blogger Raif Badawi aufrechterhalten. Er war für eine ganz Reihe an Verbrechen verurteilt worden, darunter Apostasie, sowie „die Beleidigung des Islam auf elektronischen Kanälen“. 2014 hatte er dafür eine 10-jährige Haftstrafe, 1.000 Peitschenhiebe sowie eine Geldbusse über eine Millionen saudische Riyals (257.000 CHF) erhalten.

Während des Berichtszeitraums wurden weiterhin Festnahmen und Razzien aufgrund von
Hexerei und Zauberei gemeldet. In den meisten Fällen waren die Beschuldigten Arbeiter aus Afrika oder Südostasien, die solche Praktiken angeblich gegen ihre Arbeitgeber richteten. Ausländische Arbeiter wurden ebenso beschuldigt, Aufruhr in der saudischen Gesellschaft zu schüren und heilige Schriften verzerrt darzustellen. [40] Diese Verbrechen können mit dem Tode bestraft werden. Die Religionspolizei hat spezielle Einheiten für den Kampf gegen Hexerei und Zauberei. Im Dezember 2017 wurde in der al-Haram-Moschee in Mekka für diese Einheiten eine Schulung organisiert, bei der die Mitglieder lernten, zur Hexerei benutzte Materialien zu identifizieren. [41]

Im Januar 2018 gab eine Gruppe von UN-Experten, darunter auch der Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit, eine Stellungnahme heraus, in der willkürliche Verhaftungen verurteilt und die saudischen Behörden dazu aufgerufen wurden, Menschen aus der Haft zu entlassen, die „ihrem Recht auf freie Meinungsäusserung, Versammlungsfreiheit und Religionsausübung friedlich nachkommen“. [42]

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Abgesehen von der einen, staatlich legitimierten, Auslegung des Islam unterliegt das religiöse Leben in Saudi-Arabien starken Einschränkungen. Die oben aufgeführten Vorkommnisse zeigen, dass sich das Land bis jetzt nicht signifikant verändert hat.

Der 2015 verstorbene König Abdullah hatte die Durchsetzung religiöser Prinzipien im Land zeitweise gelockert und die Machtbefugnisse der Religionspolizei stärker beschnitten. Darüber hinaus ging er auch auf die nicht-muslimischen religiösen Führer der Welt zu, besuchte etwa Papst Benedikt XVI. im Vatikan und gründete in Wien ein Zentrum für interreligiösen Dialog. Unter dem jetzigen Herrscher, König Salman, wurden zwar Versuche unternommen, extremistische Einflüsse einzudämmen, aber die ultra-konservative salafistische Auslegung des Islams, die einige als Wahhabismus bezeichnen würden, ist weiterhin die einzige erlaubte Religion.

Obwohl es einige positive Zeichen der Öffnung gibt, ist Saudi-Arabien immer noch
verantwortlich für „systematische, andauernde und ungeheuerliche Verletzungen der
Religionsfreiheit“. [43] Die Lage der Religionsfreiheit und Menschenrechte im Land bleibt äusserst besorgniserregend. Festnahmen und Inhaftierungen zahlreicher Menschenrechtsaktivisten und Reformbefürworter zum Trotz betonen einige optimistische westliche Beobachter der Situation die wenigen positiven Änderungen und unterstützen so die autoritären Methoden des Kronprinzen Mohammed bin Salman. Gegner der Reformen des Kronprinzen wurden durch ein hartes Durchgreifen des Staats zum Schweigen gebracht. [44] Prominente Mitglieder des Klerus, mit Millionen von Anhängern auf sozialen Netzwerken, wurden verhaftet.

„Obwohl es einige positive Zeichen der Öffnung gibt, ist Saudi-Arabien immer noch verantwortlich für „systematische, andauernde und ungeheuerliche Verletzungen der Religionsfreiheit“. Die Lage der Religionsfreiheit und der Menschenrechte im Land bleibt äusserst besorgniserregend.“

Endnoten / Quellen

[1] „Saudi Arabia“, 2018 Annual Report of the United States Commission on International Religious Freedom, http://www.uscirf.gov/sites/default/files/2018USCIRFAR.pdf, (abgerufen am 7. Juli 2018).

[2] „KSA population is 30.8m; 33% expats“, Arab News, 31. Januar 2015, http://www.arabnews.com/saudi-arabia/news/697371 (abgerufen am 13. Juli 2018).

[3] Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor, „Saudi Arabia“, International Religious Freedom Report for 2014, US Department of State, http://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religiousfreedom/index.htm?year=2014&dlid=238476
(abgerufen am 8. Juli 2018).

[4] The Apostolic Vicariate in Northern Arabia, „The Catholic Community in Saudi Arabia“,
http://www.avona.org/saudi/saudi_about.htm#.W0kGSNJKjIU, (abgerufen am 13. Juli 2018).

[5] Carlyle Murphy, „The rise of atheism in Saudi Arabia, where talking about atheism is illegal“, 10. Juni 2014, Global Post, https://www.pri.org/stories/2014-06-10/rise-atheism-saudi-arabia-where-talking-about-atheism-illegal (abgerufen am 13. Juli 2018).

[6] Carey Lodge, „Muslims converting to Christianity in Saudi Arabia, despite intense persecution“, Christian Today, 31. Mai 2016, https://www.christiantoday.com/article/muslims-converting-to-christianity-in-saudi-arabia-despite-intense-persecution/87220.htm (abgerufen am 13. Juli 2018).

[7] „Saudi Arabia“, 2018 Annual Report of the United States Commission on International Religious Freedom, op. cit.

[8] „The Catholic Community in Saudi Arabia“, op. cit.

[9] Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor, „Saudi Arabia“, Country Reports on Human Rights Practices for 2017, US Department of State,
http://www.state.gov/j/drl/rls/hrrpt/humanrightsreport/index.htm?year=2017&dlid=277263 (abgerufen am 8. Juli 2018).

[10] Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor (2014), op. cit.

[11] Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor, „Saudi Arabia“, International Religious Freedom Report for 2017, US Department of State, http://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religiousfreedom/index.htm?year=2014&dlid=238476
(abgerufen am 8. Juli 2018). „Saudi Arabia“, 2018 Annual Report of the United States Commission on International Religious Freedom, http://www.uscirf.gov/sites/default/files/2018USCIRFAR.pdf, (abgerufen am 7. Juli 2018).

[13] Bureau of Democracy, Human Rights (2014), op. cit.

[14] Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor, „Saudi Arabia“, International Religious Freedom Report for 2017, op. cit.

[15] vgl. ebd.

[16] Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor, „Saudi Arabia“, Country Reports on Human Rights Practices for 2017, op. cit.

[17] vgl. ebd.

[18] „Saudi mufti tells young Saudis not to heed call to jihad“, Reuters, 28. August 2014,
http://www.reuters.com/article/us-saudi-security-idUSKBN0GS19M20140828 (abgerufen am 8. Juli 2018).

[19] „Saudi Arabia“, 2018 Annual Report of the United States Commission on International Religious Freedom, op. cit.

[20] vgl. ebd.

[21] „Saudi religious police ‘can no longer detain people’“, The National, 13. April 2016,
https://www.thenational.ae/world/saudi-religious-police-can-no-longer-detain-people-1.145079 (abgerufen am 9. Juli 2018).

[22] Die Kommission für die Förderung der Tugend und die Vorbeugung von Lastern ist auch als Haia bekannt und ihre Angestellten als Muttawaa.

[23] Hinter Mohammed Bin Salmans angeblich liberaler Einstellung stecke in Wahrheit ein autoritärer Führer, der Veränderungen mit eiserner Hand durchsetze.

[24] „Saudi Arabia“, 2018 Annual Report of the United States Commission on International Religious Freedom, op. cit.

[25] vgl. ebd.

[26] „Saudi Crown Prince says black abayas not obligatory ‘decent attire’ for women“, Al-Arabiya, 19. März 2018, https://english.alarabiya.net/en/News/gulf/2018/03/19/Saudi-crown-prince-says-black-abayas-not-obligatory-decent-attire-for-women.html (abgerufen am 8. Juli 2018).

[27] vgl. ebd.

[28] „Rai meets with Hariri in Saudi Arabia“, An-Nahar, 13. November 2017, https://en.annahar.com/article/700331-top-lebanese-priest-to-head-to-saudi-arabia-amid-crisis (abgerufen am 9. Juli 2018).

[29] J. B. Cachila, „Christian priest not afraid to openly wear his cross in Saudi Arabia where Christianity is banned“, Christian Today, 15. November 2017, https://www.christiantoday.com/article/christian-priest-not-afraid-to-openly-
wear-his-cross-in-saudi-arabia-where-christianity-is-banned/118703.htm (abgerufen am 7. Juli 2018).

[30] „Patriarch ‘will make plea for Lebanon’s independence during Saudi Arabia visit’“, Catholic Herald, 13. November 2017, http://www.catholicherald.co.uk/news/2017/11/13/patriarch-will-make-plea-for-lebanons-independence-during-saudi-arabia-visit/ (abgerufen am 9. Juli 2018).

[31] In ihrer offiziellen Stellungnahme erklärten die Vertreter der libanesischen Kirche, ihr Besuch sei „eine Gelegenheit, zu verlangen, dass der Libanon aus regionalen Konflikten herausgehalten wird“, sowie „für die Unabhängigkeit, Souveränität und Stabilität Libanons zu werben“, der als Land „weiterhin ein Ort kulturellen und religiösen Pluralismus
und ein Zeichen für den Dialog zwischen Christentum und Islam bleiben“ solle. vgl. ebd.

[32] Donna Abu-Nasr, „A Rare Sight: Christian Priest Visiting Saudi Arabia Openly Wears a Cross“, Bloomberg, 13. November 2017, https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-11-13/a-rare-saudi-sight-visiting-christian-priest-flaunts-his-cross (abgerufen am 9. Juli 2018).

[33] „Saudi Islamic Affairs Ministry delegation meets Pope at Vatican“, Al-Arabiya, 24. November 2017, https://english.alarabiya.net/en/News/gulf/2017/11/24/PHOTOS-Saudi-Islamic-Affairs-Ministry-delegation-meets- Pope-at-Vatican.html (abgerufen am 9. Juli 2018).

[34] „Islamic Affairs Ministry delegation meets Pope at Vatican“, Saudi Gazette, 24. November 2017, http://saudigazette.com.sa/article/522591/SAUDI-ARABIA/Islamic-Affairs-Ministry-delegation-meets-Pope-at- Vatican (abgerufen am 9. Juli 2018).

[35] „Copts welcome in Saudi Arabia: Egypt’s Tawadros II praises Crown Prince’s reforms“, Arab News​, 6. März 2018​, http://www.arabnews.com/node/1259731/saudi-arabia (abgerufen am 9. Juli 2018).

[36] „Archbishop of Canterbury meets with Crown Prince of Saudi Arabia“, The Archbishop of Canterbury, 8. März 2018, https://www.archbishopofcanterbury.org/news/latest-news/archbishop-canterbury-meets-crown-prince-saudi-arabia (abgerufen am 9. Juli 2018).

[37] Philip Pullella, „Christians should not be second-class citizens, cardinal tells Saudi Arabia“, Reuters, 26. April 2018, https://www.reuters.com/article/us-saudi-vatican-cardinal/christians-should-not-be-second-class-citizens-cardinal-tells-saudi-arabia-idUSKBN1HX19D (abgerufen am 9. Juli2018).

[38] vgl. ebd.

[39] Peter Shadbolt, „Rome’s first mosque officially opened“, United Press International, 21. Juni 1995, https://www.upi.com/Archives/1995/06/21/Romes-first-mosque-officially-opened/2120803707200/ (abgerufen am 9. Juli 2018).

[40] vgl. ebd.

[41] vgl. ebd.

[42] vgl. ebd.

[43] Bureau of Public Affairs – Press Release, „Designations Under the International Religious Freedom Act of 1998“, US Department of State, 4. Januar 2018, https://www.state.gov/r/pa/prs/ps/2018/01/276843.htm (abgerufen am 5. Juli
2018).

[44] „’They Are Not Our Brothers’ Hate Speech by Saudi Officials“, Human Right Watch, 26. September 2017, https://www.hrw.org/report/2017/09/26/they-are-not-our-brothers/hate-speech-saudi-officials (abgerufen am 5. Juli 2018); „Saudi Arabia: Prominent Clerics Arrested – Coordinated Crackdown on Dissent“, Human Right Watch, 15. September 2017, https://www.hrw.org/news/2017/09/15/saudi-arabia-prominent-clerics-arrested (abgerufen am 5. Juli 2018).

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