Religion

114.000Bevölkerung

726 Km2Fläche

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homekeyboard_arrow_rightKiribati

Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Kiribati ist ein Kleinstaat im Pazifischen Ozean, der aus 33 Korallenatollen und einer gehobenen Koralleninsel besteht. Die Hauptstadt South Tarawa befindet sich etwa auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien. Auf einer Gesamtlandfläche von 726 Quadratkilometern leben etwas mehr als 110.000 Einwohner.

Die kiribatische Verfassung sieht vor, dass niemand an der Ausübung der Religionsfreiheit gehindert werden darf. Religionsgemeinschaften haben das Recht, „sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum [ihre] Religion oder [ihren] Glauben durch Gottesverehrung, Lehre, Bräuche und Riten zu bekunden und zu verbreiten.“[1] Das Recht auf Religionsfreiheit darf per Gesetz beschnitten werden, sofern dies „nach vernünftigem Ermessen im Interesse der Verteidigung, der öffentlichen Sicherheit, der öffentlichen Ordnung, der öffentlichen Moral oder der öffentlichen Gesundheit erforderlich ist“ und unter der Voraussetzung, dass diese Beschneidung sich in einem „in einer demokratischen Gesellschaft vertretbaren“ Rahmen bewegt.[2] Jede Religionsgemeinschaft darf Bildungsstätten gründen und unterhalten und derartige Einrichtungen, die sie selbst verwaltet, auch eigenständig leiten. Religionsunterricht ist in der Schule kein Pflichtfach; Eltern können ihre Kinder davon abmelden.

Für Religionsgemeinschaften, deren Mitgliederzahl mindestens 2% der Gesamtbevölkerung ausmacht, ist ein Registrierungssystem vorgesehen. Die betreffende Gemeinschaft muss einen Antrag an das kiribatische Ministerium für Frauen, Jugend und Soziale Angelegenheiten stellen und dabei auch einen Nachweis über die Mitgliederzahl erbringen. Religionsgemeinschaften, die der Registrierungspflicht nicht nachkommen, werden jedoch in der Praxis nicht bestraft.

Im späten 19. Jahrhundert traten viele Bewohner der nördlichen Inseln unter dem Einfluss britischer und amerikanischer Missionare zum Christentum über. Mit der Ankunft der Europäer wurde das Christentum indigenisiert und ist heute ein fester Bestandteil der kiribatischen Kultur. Den Daten der Volkszählung aus dem Jahr 2015 zufolge stellen die Katholiken gut 57% der Bevölkerung.[3] Die Mehrheit von ihnen lebt auf den nördlichen Inseln. Auf den südlichen Inseln dominiert die Kiribati Uniting Church (Unionskirche von Kiribati; alter Name: Kiribati Protestant Church). Des Weiteren sind kleinere Gruppen von Mormonen, Siebenten-Tags-Adventisten und Zeugen Jehovas vertreten sowie Anhänger des Islam und des Bahaitums.

In der Präambel der Verfassung wird „Gott als der Allmächtige Vater, auf den wir vertrauen“[4] anerkannt, und die meisten Regierungs- und Amtsgeschäfte werden mit einem christlichen Gebet eingeleitet. An den öffentlichen Schulen des Landes dürfen verschiedene Religionsgemeinschaften Religionsunterricht anbieten, darunter Katholiken, Methodisten und Mormonen. Schüler können sich von der Teilnahme am Religionsunterricht befreien lassen. Den registrierten Religionsgemeinschaften werden staatliche Zuschüsse gewährt.

Alles deutet darauf hin, dass das in der Verfassung verankerte Recht auf Religionsfreiheit von staatlicher Seite nicht beeinträchtigt wird.

Vorkommnisse

Seit 2016 wurden nur wenige massgebliche Vorkommnisse gemeldet. Nahezu jeder Quelle zufolge setzt sich die Regierung auch weiterhin für die Religionsfreiheit ein. Berichte von sozialen Spannungen aufgrund unterschiedlicher Glaubensvorstellungen sind rar. Auf zwei Inseln (Arorae und Tamana) wird eine „Politik der einen Kirche“ aufrechterhalten.[5] Hier feiern Nicht-Protestanten den Gottesdienst in ihren Häusern; die übrigen Dorfbewohner halten sie davon ab, zu missionieren oder sich zu versammeln. Diese Tradition hat jedoch bisher keinen Anlass zu Beschwerden gegeben. Die Unionskirche von Kiribati und die Römisch-katholische Kirche arbeiten im Rahmen einer Seefahrermission zusammen.[6]

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Nichts deutet darauf hin, dass sich die Situation der Religionsfreiheit in Kiribati in der nahen Zukunft ändern wird.

„Alles deutet darauf hin, dass das in der Verfassung verankerte Recht auf Religionsfreiheit von staatlicher Seite nicht beeinträchtigt wird.“

 

Endnoten / Quellen

[1] Kiribati’s Constitution of 1979 with Amendments through 2013, constituteproject.org, https://www.constituteproject.org/constitution/Kiribati_2013.pdf?lang=en, (abgerufen am 17. Februar 2018).

[2] Ibid.

[3] National Statistics Office, 2015 Population and Housing Census, Ministry of Finance, 1st September 2016, http://www.mfed.gov.ki/statistics/documents/2015_Population_Census_Report_Volume_1final_211016.pdf, (abgerufen am 8. März 2018).

[4] Kiribati Constitution…, op. cit.

[5] Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor, ‘Kiribati’, International Religious Freedom Report for 2016, U.S. Department of State, https://www.state.gov/j/drl/rls/irf/2015/eap/256111.htm, (abgerufen am 17. Februar 2018).

[6] ‘Kiribati’, World Council of Churches, https://www.oikoumene.org/en/member-churches/kiribati-protestant-church, (abgerufen am 17. Februar 2018).

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