Religion

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Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Gemäss Artikel 13 der Verfassung [1] von Jamaika ist der Staat verpflichtet, die universelle Achtung der Menschenrechte sowie die aus der Würde eines jeden Menschen erwachsenden persönlichen Freiheiten zu fördern.

Artikel 13 anerkennt darüber hinaus die Gedanken- und Gewissensfreiheit, die Glaubensfreiheit und die Freiheit, politischen Lehren zu folgen, das Vereinigungsrecht und die Gleichheit vor dem Gesetz sowie das Recht, nicht wegen seines Glaubens diskriminiert zu werden.

Das Recht auf Religionsfreiheit ist in Artikel 17 der Verfassung verankert. Es schliesst das Recht ein, die Religion zu wechseln und den Glauben allein oder zusammen mit anderen in der Öffentlichkeit oder im Privaten, im Gottesdienst, in der Lehre und anderen Praktiken zu leben.

Gemäss dem Verfassungsartikel ist es religiösen Institutionen untersagt, organisatorische Veränderungen ohne vorherige Zustimmung durch die zuständige Regierungsbehörde anzustossen.

Jede religiöse Organisation ist laut Artikel 17 zudem berechtigt, ihren Mitgliedern Religionsunterricht zu erteilen, unabhängig davon, ob die Organisation öffentliche Gelder erhält oder nicht.

Der Artikel weist ferner darauf hin, dass ohne ausdrückliche Zustimmung (bei Minderjährigen durch Eltern oder Erziehungsberechtigte) niemand durch seine jeweilige Bildungseinrichtung verpflichtet werden kann, am Religionsunterricht oder an anderen Zeremonien als den eigenen teilzunehmen.

Gemäss Artikel 14 der Verfassung hat jede inhaftierte Person das Recht, sich an einen Seelsorger zu wenden und von ihm besucht zu werden.

Bei diversen Ämtern muss vor Amtsantritt einen Treueeid abgelegt werden. Dieser enthält den letzten Satz „So wahr mir Gott helfe“.

Vorkommnisse

Im September 2017 wurde auf die Kirche der Heiligen Petrus und Paulus in Kingston ein Brandanschlag verübt. Innerhalb eines Jahres kam es erneut zu einem Angriff auf die Kirche.[2]

Ebenfalls im September 2017 beklagte ein Polizeibeamter der Wache Mandeville, Manchester, Opfer von Diskriminierung geworden zu sein: Weil er den Koran gelesen habe, sei ihm die Dienstwaffe abgenommen worden. Offensichtlich wurde der Beamte einer psychiatrischen Evaluierung unterzogen, um festzustellen, ob er sich radikalisiert hatte.[3]

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Neben den oben genannten Fällen von Vandalismus und Diskriminierung kam es im Berichtszeitraum während einer Beerdigung zu Schüssen auf Teilnehmende. Es bleibt jedoch unklar, ob dieser Angriff religiös motiviert war. Da im vorangegangenen Berichtszeitraum 2014 bis 2016 keine Fälle von Intoleranz gemeldet wurden, scheint die Religionsfreiheit im letzten Berichtszeitraum zurückgegangen zu sein. Es gibt jedoch keinen Grund zur Annahme, dass sich ein negativer Trend eingestellt hat.

„Die Religionsfreiheit scheint im letzten Berichtszeitraum zurückgegangen zu sein. Es gibt jedoch keinen Grund zur Annahme, dass sich ein negativer Trend eingestellt hat.“

Endnoten / Quellen

[1] Verfassung von Jamaika von 1962 mit nachfolgenden Änderungen bis 2015, constituteproject.com, https://www.constituteproject.org/constitution/Jamaica_2015.pdf?lang=en, (abgerufen am 31. März 2018).

[2] Warren Bertram, „Church put on backbench – Psychiatrist says society is detached from house of God“, The Star, 18. Januar 2018, http://jamaica-star.com/article/news/20180118/church-put-backbench-psychiatrist-says-society-detached-house-god, (abgerufen am 4. März 2018).

[3] Akino Ming, „Cop claims gun taken away over religion“, The Sun, 12. September 2017, http://jamaica-star.com/article/news/20170912/cop-claims-gun-taken-away-over-religion-%E2%80%94-muslim-lawman-says-he-being, (abgerufen am 4. März 2018).

 

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