Religion

16.717.000Bevölkerung

752.618 Km2Fläche

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Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

In Artikel 19 der Verfassung von Sambia ist die Religionsfreiheit festgeschrieben. Dies beinhaltet das Recht, seinen Glauben zu ändern, diesen öffentlich zu bekunden und die eigene Religion zu verbreiten. [1] Eine 1996 eingeführte Abänderung der Präambel legt fest, dass Sambia eine christliche Nation ist, die das Recht auf Gewissens- und Kultusfreiheit der eigenen Bürger respektiert. Obwohl Sambia laut Verfassung ein christlich-konfessioneller Staat ist, gewährt diese Verfassung auch Schutz für Nichtchristen, die das Recht haben, ihre Religion auszuüben. Es gibt keine anderen Gesetze im Land, welche die Religionsfreiheit einschränken.

Religionsgemeinschaften müssen sich im Registrar of Societies (Vereinsregister) eintragen lassen. Kirchen können, wie alle anderen gemeinnützigen Organisationen, einen Antrag auf Steuerbefreiung stellen.

Laut Gesetz haben die Bürger das Recht, zum Glauben ihrer Wahl überzutreten. Kirchen sind berechtigt, öffentlich zu missionieren, Andachtsstätten zu errichten, pastorale und katechetische Arbeit zu leisten sowie Gelder im In- und Ausland zu beschaffen. Berichten zufolge fanden keine vorsätzlichen, religiös motivierten Diskriminierungen gegenüber Mitarbeitern statt, die in staatlichen Ämtern tätig sind.

In Sambia gibt es eine kleine muslimische Gemeinde, deren Mitglieder vorwiegend in Lusaka, der Ostprovinz und der Copperbelt-Provinz leben. Viele der muslimischen Einwanderer kommen aus Südasien, Somalia und dem Nahen Osten und haben die sambische Staatsbürgerschaft erworben. Ausserdem ist eine geringe Anzahl der gebürtigen sambischen Staatsbürger muslimisch. Laut Nationalem Geistigem Rat der Bahai in Sambia besteht die Gemeinschaft der Bahai im Land aus rund 6.000 Mitgliedern, die überwiegend in der Nordwest- und der Südprovinz leben. Es gibt ungefähr 10.000 Hindus in Sambia, die hauptsächlich aus Südasien stammen. [2]

Vorkommnisse

Im Berichtszeitraum war die Situation in Bezug auf religiöse Toleranz und
glaubensübergreifende Zusammenarbeit im Allgemeinen gut. Führende Organisationen der ökumenischen Bewegung – darunter die Zambia Conference of Catholic Bishops (Sambische Bischofskonferenz), der Christian Council of Zambia (Sambischer Rat der Christen) und die Evangelical Fellowship of Zambia (Evangelische Allianz von Sambia) – hielten regelmässige Treffen ab, um das gegenseitige Verständnis zu fördern und Überzeugungsarbeit in Bezug auf religiöse Themen zu leisten. Frauenorganisationen wie das Zambian Women Interfaith Network (Glaubensübergreifende Netzwerk sambischer Frauen) brachten muslimische und christliche Frauen zusammen und förderten damit nicht nur das gegenseitige Verständnis, sondern arbeiteten auch an gemeinsamen Zielen wie der Kultusfreiheit und dem Abbau von interkonfessionellen Spannungen.

In einigen Fällen beschwerten sich Muslime über offensichtliche Verbalangriffe durch christliche Geistliche, die die islamischen Gemeinschaften in Sambia als „satanisch“ bezeichneten. Insbesondere verwiesen wurde auf Pfarrer Nevers, Gründer der Mumba Victory Ministries (Mumba-Sieges-Dienste), der laut Aussagen behauptete, die Muslime hätten eine wohldurchdachte Strategie, um Sambia und den gesamten Süden Afrikas zu infiltrieren. Der Pfarrer, der auch als politischer Oppositionsführer tätig ist, beschuldigte bei einer Reihe von öffentlichen Ansprachen die Muslime, dass sie eine Vereinnahmung der Nationen planen würden. [3] Dazu gab es mehrfach Beschwerden von Seiten der Muslime, die dies als politische Schikane werteten.

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Sambia hat das Recht auf Religionsfreiheit stets respektiert und wird dies wohl auch zukünftig tun. Die gemeldeten Vorkommnisse scheinen Einzelfälle von Intoleranz zu sein oder mit der Einwanderungspolitik in Verbindung zu stehen.

„Sambia hat das Recht auf Religionsfreiheit stets respektiert und wird dies wohl auch zukünftig tun. Die gemeldeten Vorkommnisse scheinen Einzelfälle von Intoleranz zu sein oder mit der Einwanderungspolitik in Verbindung zu stehen.“

Endnoten / Quellen

[1] Zambia's Constitution of 1991 with Amendments through 2009, constituteproject.org,
https://www.constituteproject.org/constitution/Zambia_2009.pdf?lang=en (laut Stand am 14. Februar 2018).

[2] Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor, (Zambia’, Report on International Religious Freedom for 2016, U.S. Department of State, https://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religiousfreedom/index.htm#wrapper, (laut Stand am 8. Februar 2018).

[3] „Pastor Nevers Mumba says Islam plans to ‚invade‘ Zambia“, Lusaka Times, 5. Oktober 2017,
https://www.lusakatimes.com/2017/10/05/pastor-nevers-mumba-says-islam-plans-invade-zambia/ (laut Stand am 8. Februar 2018).

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