Stabil / Unverändert

São Tomé und Príncipe

Religion

194.000Bevölkerung

964 Km2Fläche

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keyboard_arrow_down

homekeyboard_arrow_rightSão Tomé und Príncipe

Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Die Demokratische Republik São Tomé und Príncipe besteht aus zwei Archipelen rund um die zwei Hauptinseln und liegt vor der westlichen Äquatorialküste Zentralafrikas im Golf von Guinea.

Bevor im Jahr 1975 die Unabhängigkeit von Portugal friedlich erlangt wurde, gab es im 19. und 20. Jahrhundert Zeiten sozialer Unruhen und wirtschaftlicher Unsicherheit im Land. São Tomé und Príncipe ist das nach den Seychellen zweitkleinste Land Afrikas und gehört weiterhin zu den stabilsten und demokratischsten Staaten Afrikas. Das portugiesische Erbe spiegelt sich in der
Landeskultur und im Brauchtum wider, wo sich afrikanische und europäische Einflüsse vermischen.

Gemäss der Verfassung ist die Republik ein säkularer Staat und „aus Respekt vor allen religiösen Institutionen” unabhängig. [1] Alle Bürger sind vor dem Gesetz gleich, ungeachtet religiöser Glaubensrichtungen. Religionsfreiheit ist ein „unverletzliches Grundrecht”, und laut Artikel 26 sind Religionsgemeinschaften „frei im Hinblick auf ihren Kult, ihre Lehre und ihre Organisation”. Niemand darf aufgrund seiner Religion verfolgt werden. Dennoch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass „niemand [. . .] von bürgerlichen Pflichten und Aufgaben aufgrund seiner religiösen Überzeugung oder der Ausübung seiner Religion befreit sein darf.”

Laut der Verfassung ist die Bedeutung von „Religionsfreiheit” im Land im Einklang mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu „interpretieren und integrieren”. Einschränkungen sind nur zulässig, so wie sie „in der Verfassung vorgesehen sind sowie für die Dauer eines Belagerungszustandes oder eines gemäss den Bedingungen der Verfassung und des Gesetzes ausgerufenen Notstandes“. In der Praxis respektiert die Regierung die Religionsfreiheit.

Es gibt keine offiziellen Statistiken in Bezug auf die religiöse Demografie, und Schätzungen klaffen sehr stark auseinander. Laut der Association of Religion Data Archives (Verband der Religionsdatenarchive) „sind schätzungsweise 72 % der Bevölkerung Römisch-katholisch und 23 % protestantischen Glaubens“. Der Protestantismus ist in den vergangenen Jahren aufgrund missionarischer Aktivitäten erheblich gewachsen. Die Anzahl der Muslime ist aufgrund eines Zustromes von illegalen Immigranten aus Nigeria und Kamerun angestiegen. [2] Nach Aussagen des Büros des katholischen Bischofs sind mehr als 85 % der Bevölkerung katholisch. Es gibt keine Moscheen oder Medressen.

Einige christliche und muslimische Staatsbürger praktizieren Elemente der Naturreligionen, die von den Religionen der afrikanischen Küstenvölker abstammen. Religiöse Bruderschaften, denen einheimische Priester vorstehen, organisieren religiöse Feste zu Ehren der Schutzheiligen der jeweiligen Orte und Gemeinden; für gewöhnlich reist eine grosse Zahl an Teilnehmern an, um an diesen Zeremonien teilnehmen zu können. Aufgrund dieser Mischung von Kultur und Religion werden Taufen und Beerdigungen von vielen Katholiken zwar gewissenhaft als katholische Rituale betrachtet, andere Sakramente jedoch kaum anerkannt.

Laut Artikel 30 kann sich der Staat nicht das Recht vorbehalten, „Bildung und Kultur anhand spezifischer philosophischer, politischer, ideologischer oder religiöser Prinzipien zu entwerfen“. Das Land hatte bis zu einem gewissen Grad Schwierigkeiten mit der Bereitstellung von Bildung, es gibt innerhalb des Bildungssystems jedoch keinerlei Anzeichen für Diskriminierung aufgrund des
Glaubens.

Um von der Regierung anerkannt zu werden, müssen sich Religionsgemeinschaften registrieren. Nachdem die notwendigen Formalitäten erledigt sind, wird die Registrierung in Amtsblatt veröffentlicht. Die Organisation darf dann ohne besondere Einschränkungen seitens der Regierung aktiv werden. Mit der Registrierung werden der Organisation dieselben Steuervorteile übertragen, die auch gemeinnützige Organisationen geniessen. Das Ausbleiben bzw. Versäumnis der Registrierung kann zu einem Bussgeld führen und im Falle von ausländischen Religionsgemeinschaften eine mögliche Ausweisung nach sich ziehen. Es gab keine Berichte über eine Verweigerung der Registrierung einer Religionsgemeinschaft seitens der Regierung. Katholische und protestantische Missionare sind im Land aktiv. Das einzige religiöse Fest, das als Nationalfeiertag angesehen wird, ist
der Weihnachtsfeiertag.

Vorkommnisse

Es gab keine nennenswerten Vorkommnisse staatlicher oder nicht-staatlicher Natur, welche die Religionsfreiheit während des Berichtszeitraumes beeinträchtigt hätten.

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Es ist zu erwarten, dass der Zustand der Religionsfreiheit in São Tomé und Príncipe in der nahen Zukunft stabil bleiben wird. Grundsätzlich bestehen zwischen verschiedenen Religionen freundschaftliche Beziehungen.

«Grundsätzlich bestehen zwischen verschiedenen Religionen freundschaftliche
Beziehungen, und es ist nicht zu erwarten, dass in naher Zukunft die Religionsfreiheit eingeschränkt wird.»

Endnoten / Quellen

[1] Sao Tome and Principe's Constitution of 1975 with Amendments through 1990, constituteproject.org, https://www.constituteproject.org/constitution/Sao_Tome_and_Principe_1990.pdf?lang=en, (besucht am 17. Februar 2018).

[2] Sao Tome and Principe, Association or Religious Data Archives,
http://www.thearda.com/internationalData/Countries/Country_195_2.asp, (besucht am 17. Februar 2018).

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