Religion

21.500Bevölkerung

459 Km2Fläche

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homekeyboard_arrow_rightPalau

Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Der Archipel Palau befindet sich südöstlich der Philippinen und besteht aus rund 250 Inseln, die die westliche Kette der Karolinen bilden. Mehr als die Hälfte der Landesbevölkerung lebt im Verwaltungsgebiet Koror. Der Inselstaat gehörte einst zu Spanisch-Ostindien und wurde mit anderen pazifischen Inseln Teil des von Amerika verwalteten Treuhandgebiets, nachdem US-Truppen Palau von der japanischen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs befreit hatten. Palau erlangte 1994 volle Souveränität und unterhält ein sogenanntes Compact of Free Association [1] (Abkommen über freie Vereinigung) mit den USA. Die USA und Palau pflegen enge wirtschaftliche, politische und sicherheitspolitische Beziehungen.

Laut Artikel 4.1 der Verfassung Palaus darf der Staat keinen Bürger aufgrund seiner Religion oder seines Glaubens diskriminieren. Dieser darf keine Massnahmen ergreifen, die „die Freiheit […] der religiösen Überzeugung eines Menschen aberkennen oder beeinträchtigen oder die Religionsausübung erzwingen, verbieten oder verhindern.” [2] Gemäss Verfassung ist die Einführung einer Staatsreligion untersagt. Der Staat kann „Privat- oder Konfessionsschulen unter fairen und angemessenen Bedingungen für nichtreligiöse Zwecke” finanziell unterstützen. [3]

Die Einwohner Palaus sind überwiegend Christen, die hauptsächlich den katholischen Glauben praktizieren. Schätzungen zufolge ist ungefähr die Hälfte der Bevölkerung katholisch. Ebenso vertreten in Palau sind die Evangelische Kirche (mit einem Anteil von rund 27 % an der Bevölkerung) und die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (mit einem Anteil von ca. 7 %). [4] Zum Modekngei-Glauben, der ausschliesslich in Palau praktiziert wird, bekennen sich gemäss Quellen ungefähr 5,7 % der Einwohner. [5] Seine Anhänger vereinen christliche Inhalte mit altertümlichen animistischen Glaubensvorstellungen aus Palau. Viele der Anhänger leben in der Kleinstadt Ibobang und nehmen täglich an Gottesdiensten teil. Dort befindet sich auch die Belau Modekngei School.

Ferner gibt es unter den Einwohnern einen kleinen Anteil von Muslimen, Mormonen, Zeugen Jehovas, Baptisten, Mitgliedern der Pfingstbewegung und Anhängern anderer
Religionsgemeinschaften. Es gibt zwei Moscheen im Land. Rund 400 bengalische Muslime und ungefähr 7.000 philippinische Katholiken leben als Exilgemeinden in Palau.

Obwohl es keine Staatsreligion gibt, ist Weihnachten als Nationalfeiertag anerkannt, und die meisten nationalen Veranstaltungen werden mit einem christlichen Gebet eröffnet und abgeschlossen. Religionsgemeinschaften müssen sich als gemeinnützige Organisationen registrieren lassen. Durch die Eintragung als gemeinnützige Organisation sind Kirchen und Missionen steuerbefreit. Ebenso
benötigen ausländische Missionare eine Genehmigung von der Einwanderungs- und Arbeitsbehörde. Während des zweijährigen Berichtszeitraums liegen keine Meldungen vor, dass die Regierung entsprechende Genehmigungen abgelehnt hat. [6]

Laut Gesetzgebung ist Religionsunterricht an staatlichen Schulen untersagt. Dennoch leistet der Staat finanzielle Unterstützung für alle privaten Konfessionsschulen. [7] Die laut Verfassung garantierte Religionsfreiheit wird auch in der Praxis gewährleistet.

Vorkommnisse

Berichten zufolge fanden keine wesentlichen staatlich geförderten oder gesellschaftlichen Verletzungen der Religionsfreiheit statt.

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Staat und Gesellschaft respektieren die Religionsfreiheit. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass sich diese Entwicklung in absehbarer Zukunft ändern wird.

„Obwohl es keine Staatsreligion gibt, ist Weihnachten als Nationalfeiertag anerkannt, und die meisten nationalen Veranstaltungen werden mit einem christlichen Gebet eröffnet und abgeschlossen. Religionsgemeinschaften müssen sich als gemeinnützige Organisationen registrieren lassen.“

Endnoten / Quellen

[1] Republic of Palau Compact of Free Association, US Embassy Koror, https://pw.usembassy.gov/wp-content/uploads/sites/282/2017/05/rop_cofa.pdf, (aufgerufen am 9. März 2018).

[2] Palau‘s Constitution of 1981 with Amendments through 1992, constituteproject.org,
https://www.constituteproject.org/constitution/Palau_1992.pdf?lang=en, (aufgerufen am 17. Februar 2018).

[3] Ibid.

[4] „Palau“, The World Factbook, Central Intelligence Agency,
https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/print_ps.html, (aufgerufen am 17. Februar 2018).

[5] Ibid.

[6] Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor, „Palau“, Report on International Religious
Freedom for 2016, U.S. Department of State, https://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religiousfreedom/index.htm#wrapper, (aufgerufen am 17. Februar 2018).

[7] Ibid.

Über uns

KIRCHE IN NOT (ACN) ist ein internationales katholisches Hilfswerk, das direkt dem Heiligen Stuhl untersteht. Es wurde 1947 gegründet. Es unterstützt pro Jahr über 6000 pastorale Projekte in über 140 Ländern pro Jahr. Durch die drei Säulen – Information, Gebet, Handeln – hilft KIRCHE IN NOT Christen, wo sie verfolgt, unterdrückt werden oder in Not sind.