Religion

2.160.000Bevölkerung

30.355 Km2Fläche

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homekeyboard_arrow_rightLesotho

Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Christen bilden im Königreich Lesotho die bei weitem grösste Religionsgemeinschaft. Von staatlicher Seite gibt es „keine festgelegten Anforderungen bezüglich der Anerkennung von Religionsgemeinschaften. […] Die meisten Religionsgemeinschaften registrieren sich zwar, aber es gibt keine Strafe für diejenigen, die es nicht tun.”[1]

Die christlichen Kirchen sind im Bereich der Bildung sehr aktiv; sie betreiben etwa 80% der Schulen in Lesotho.[2] Die Lehrkräfte werden allerdings vom Staat bezahlt, der auch den Standardlehrplan vorgibt.

Die Träger der konfessionellen Schulen sind vor allem die Katholische Kirche, die Anglikanische Kirche und die Lesotho Evangelical Church (Evangelische Kirche Lesothos); einige Schulen werden auch von der Methodistischen Kirche betrieben. Im Jahr 2000 führte Lesotho die unentgeltliche Grundschulbildung ein. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Reihe neuer staatlicher Schulen gebaut, die in einigen Fällen die konfessionellen Schulen ersetzt haben. Die überwiegende Zahl ist jedoch weiterhin in kirchlicher Hand.

Lesotho ist eine konstitutionelle Monarchie; das Staatsoberhaupt ist König Letsie III. Die Verfassung aus dem Jahr 1993 garantiert den Bürgern in Artikel 4 die grundlegenden Menschenrechte und Freiheiten, unter anderem die Gewissensfreiheit, das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Freiheit von Diskriminierung, unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Meinung.[3] Artikel 13 ist der Gewissensfreiheit des Einzelnen gewidmet und sieht ausdrücklich vor, dass diese „die Gedanken- und Religionsfreiheit einschliesst, ebenso wie die Freiheit, die Religion oder den Glauben zu wechseln, und die Freiheit, entweder allein oder in Gemeinschaft mit anderen, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum, die Religion oder den Glauben durch Gottesverehrung, Lehre, Bräuche und Riten zu bekunden und zu verbreiten.” Die Versammlungsfreiheit, die sich auch auf religiöse Zusammenkünfte bezieht, ist im Einzelnen in Artikel 16 geregelt.

Im Index der Menschenrechtsorganisation Freedom House wird Lesotho als „freies“ Land klassifiziert.[4]

Vorkommnisse

Am 3. Juni 2017 wurde in Lesotho ein neues Parlament gewählt. Die Katholische Kirche hat sich sehr dafür eingesetzt, dass die Wahlen demokratisch durchgeführt wurden. Die Kommission Justitia et Pax der Bischofskonferenz von Lesotho gab in Zusammenarbeit mit dem Inter-Regional Meeting of Catholic Bishops of Southern Africa (IMBISA; Bischofskonferenz des südlichen Afrika) bekannt: „Die Wahl verlief insgesamt friedlich und gut organisiert. Es gäbe zwar noch einiges zu verbessern, doch als Kirche begrüssen wir den Verlauf der Wahl.”[5]

Im aktuellen Berichtszeitraum gab es in Lesotho keine besonderen institutionellen Veränderungen oder anderen Ereignisse von Bedeutung, die Auswirkungen auf die Religionsfreiheit gehabt hätten.[6] Das freiheitliche Klima im Land ermöglicht es der Katholischen Kirche, ungehindert zu wirken, um den Glauben ihrer Anhänger zu vertiefen.

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Lesotho gehört zu den ärmsten Ländern der Erde und wird immer wieder von Dürren heimgesucht.[7] Und wo Armut herrscht, sind religiös motivierte Spannungen oft nicht weit entfernt. Daher lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, ob die guten Beziehungen zwischen den Religionsgemeinschaften dem wachsenden Druck auch in der Zukunft standhalten werden können.

„Das freiheitliche Klima im Land ermöglicht es der Katholischen Kirche, ungehindert zu wirken, um den Glauben ihrer Anhänger zu vertiefen.“

Endnoten / Quellen

[1]    Bureau of Democracy, Human Rights and Labor, ‘Lesotho’, International Religious Freedom Report for 2016, U.S. State Department, https://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religiousfreedom/index.htm#wrapper, (abgerufen am 2. April 2018).

[2]    Ibid.

[3] Constitution of Lesotho, World International Property Organisation (WIPO), http://www.wipo.int/wipolex/en/text.jsp?file_id=216171, (abgerufen am 12. April 2018).

[4] ‘Lesotho’, Freedom in the World 2016, Freedom House, https://freedomhouse.org/country/lesotho, (abgerufen am 2. April 2018).

[5] ‘Parliamentary elections: applause from local Church observers’, Agenzia Fides, 13. Juni 2017, http://www.fides.org/en/news/62454-AFRICA_LESOTHO_Parliamentary_elections_applause_from_local_Church_observers, (abgerufen am 11. Februar 2018).

[6] Bureau of Democracy, Human Rights and Labor, op. cit.

[7] Munzinger Archiv 2018, op. cit.

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