Religion

2.304.000Bevölkerung

581.730 Km2Fläche

Lesen Sie den Bericht
keyboard_arrow_down

homekeyboard_arrow_rightBotsuana

Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Die Verfassung der Republik Botsuana[1] aus dem Jahr 1966 und die Änderungen der Jahre 1994 und 1997 garantieren die „Gewissensfreiheit“. Diese umfasst „die Freiheit der Gedanken und der Religion, die Freiheit, die eigene Religion oder den eigenen Glauben zu ändern, und die Freiheit, sowohl allein als auch in Gemeinschaft mit anderen, sowohl öffentlich als auch privat, die eigene Religion oder den eigenen Glauben durch Gottesdienst, Lehre und das Praktizieren von Bräuchen oder Riten zu bekunden“ (Artikel 11). Abschnitt 2 des Artikels führt dies fort: „Jede Religionsgemeinschaft hat das Recht, auf eigene Kosten Bildungsstätten zu errichten und zu betreiben, und Bildungsstätten, die sie vollständig unterhält, selbst zu leiten; keine Gemeinschaft darf daran gehindert werden, Mitglieder der Gemeinschaft an den von ihr vollständig unterhaltenen Bildungseinrichtungen oder im Rahmen sonstiger Bildungsangebote der Gemeinschaft in religiösen Fragen zu unterrichten“. Der 3. Abschnitt besagt schliesslich, dass „keine Person, die eine Bildungseinrichtung besucht, ohne ihr Einverständnis (oder, bei Minderjährigen, ohne das Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten) zur Teilnahme am Religionsunterricht oder an religiösen Veranstaltungen oder Riten verpflichtet werden kann, wenn sich der Unterricht, die Veranstaltung oder der Ritus auf eine andere als die eigene Religion der Person bezieht“.

Religionsgemeinschaften müssen sich beim Registrar of Societies (Vereinsregister) des Arbeits- und Innenministeriums registrieren. Der Prozess ist normalerweise unkompliziert und dauert nur wenige Monate. Für eingetragene Organisationen ergeben sich keine besonderen gesetzlichen Vorteile. Allerdings können nicht eingetragene Religionsgemeinschaften keine Verträge unterzeichnen, Geschäfte tätigen oder Bankkonten eröffnen.

Im März 2015 hob die Regierung die Mindestzahl der Mitglieder für die Registrierungsfähigkeit einer Religionsgemeinschaft von 10 auf 250 Mitglieder an. Bereits registrierte Gemeinschaften waren von der Gesetzesänderung nicht betroffen.[2]

Folgende religiöse Festtage gelten als landesweite gesetzliche Feiertage: Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt und der erste Weihnachtsfeiertag. Obwohl nur christliche Feiertage als landesweite christliche Feiertage gelten, steht es Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften frei, ihre Feiertage ohne staatliche Intervention zu begehen.

Botsuana ist ein mehrheitlich christliches Land, aber es leben auch einige wichtige religiöse Minderheiten wie Bahai, Muslime (überwiegend mit südasiatischen Wurzeln) und Hindus im Land. In der Regel handelt es sich dabei um Gast- und Wanderarbeiter aus dem Ausland. Ein wachsender Anteil der Bevölkerung ist zwar auf dem Papier christlich, scheint aber keine religiösen Überzeugungen zu haben. Die Regierung erkennt religiöse Vielfalt an und fördert den interreligiösen Dialog und die interreligiöse Zusammenarbeit.

Vorkommnisse

Während des Berichtszeitraums wurden keine schwerwiegenden Akte der Intoleranz, Diskriminierung oder Verfolgung gegen irgendeine Religionsgemeinschaft beobachtet. Am 10. Januar 2018 berichteten die Medien, dass der Staat der Enlightened Christian Gathering Church International (Internationale Erleuchtete Christliche Kirchengemeinde) die Registrierung entzogen habe. Die Regierung gab in einer öffentlichen Erklärung an, dass die Kirche ein offizielles Schreiben der Regierung an die Kirchenführung unbeantwortet gelassen habe, in dem sie aufgefordert wurde, zu erläutern, warum die Kirche um „Wunderzahlungen“ bittet, eine Praxis, die Behörden als illegal betrachten. Auch andere Gruppen, die mit der Kirche in Verbindung stehen, wurden angewiesen, ihre Aktivitäten einzustellen. Lokale und internationale Medien berichteten darüber, dass die Kirche von Pastor Bushiri geleitet wird, einem im südlichen Afrika sehr bekannten Religionsführer, der für seine Predigten rund um angebliche Wunder berühmt ist.[3]

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Botsuana ist eines der wenigen afrikanischen Länder, in denen sich seit ihrer Unabhängigkeit eine Demokratie etabliert hat und in denen Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenrechte, einschliesslich der Religionsfreiheit, eine starke Tradition haben. Es ist davon auszugehen, dass das Land weiterhin diese Marschrichtung verfolgen wird. Ebenso zeichnet sich nicht ab, dass der Respekt für religiöse Minderheiten bröckeln oder die friedlichen Beziehungen der Glaubensgemeinschaften untereinander sich verschlechtern könnten. Die vorgenannte Schliessung der Enlightened Christian Gathering Church International scheint in erster Linie auf Betrugsdelikten und deren strafrechtlicher Verfolgung zu beruhen.

«Botsuana ist eines der wenigen afrikanischen Länder, in denen sich seit ihrer Unabhängigkeit eine Demokratie etabliert hat und in denen Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenrechte, einschliesslich der Religionsfreiheit, eine starke Tradition haben. Es ist davon auszugehen, dass das Land weiterhin diese Marschrichtung verfolgen wird.»

Endnoten / Quellen

[1] Verfassung von Botsuana (Englisch), World Organization for Intellectual Property (Weltorganisation für geistiges Eigentum), www.wipo.int/edocs/lexdocs/laws/en/bw/bw008en.pdf (Zugriff am 08. Februar 2018).

[2] Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor (Büro für Demokratie, Menschenrechte und Arbeit), Report on International Religious Freedom for 2016 – Botswana, Aussenministerium der Vereinigten Staaten, https://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religiousfreedom/index.htm#wrapper, (Zugriff am 08. Februar 2018).

[3] „Botswana shuts controversial pastor’s church“, BBC Africa Highlights, 10. Januar 2018, http://www.bbc.com/news/world-africa-42634112 (Zugriff am 08. Februar 2018).

Über uns

KIRCHE IN NOT (ACN) ist ein internationales katholisches Hilfswerk, das direkt dem Heiligen Stuhl untersteht. Es wurde 1947 gegründet. Es unterstützt pro Jahr über 6000 pastorale Projekte in über 140 Ländern pro Jahr. Durch die drei Säulen – Information, Gebet, Handeln – hilft KIRCHE IN NOT Christen, wo sie verfolgt, unterdrückt werden oder in Not sind.