Religion

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homekeyboard_arrow_rightKap Verde

Gesetzeslage zur Religionsfreiheit und deren faktische Anwendung

Kap Verde, eine ehemals portugiesische Kolonie, verzeichnet den höchsten Anteil an Katholiken unter den afrikanischen Ländern. [1] Protestanten und Pfingstgruppen gewinnen weiterhin zunehmend Anhänger. [2] Durch massenhafte Auswanderung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die Anzahl der ständig im Ausland lebenden Kapverdier fast doppelt so hoch wie der Anteil der auf den Kapverden lebenden Bevölkerung. [3]

Religionsfreiheit und das Recht auf religiöse Selbstentfaltung sind in der Verfassung und in den Gesetzen von Kap Verde verankert. [4] Es gibt keine Staatsreligion, [5] und die Verfassung stellt die Trennung von Kirche und Staat sicher. Laut Gesetz steht es jedem Bürger frei, eine Religion zu wählen oder zu wechseln. Am 16. Mai 2014 wurde ein neues Religionsgesetz verabschiedet, worin die verfassungsmässigen Rechte auf Religionsausübung sowie Religionsunterricht für Kinder festgeschrieben wurden.

In einer 2013 unterzeichneten Vereinbarung zwischen Kap Verde und dem Heiligen Stuhl werden der unabhängige Rechtsstatus der Katholischen Kirche sowie das Recht der Kirche anerkannt, ihre Missionstätigkeit frei auszuüben. Weiterhin werden durch die Vereinbarung katholische Gebetsstätten geschützt und katholische Eheschliessungen zivilrechtlich anerkannt. [6] Die besondere Beziehung zwischen dem Staat und der Katholischen Kirche fand jedoch keine breite Zustimmung. [7]

Alle Organisationen, ob religiös oder säkular, müssen sich beim Justizministerium registrieren und dürfen weder Gewalt noch Gesetzeswidrigkeiten, Rassismus oder Diktaturen unterstützen. [8] Für Organisationen, die es versäumen, sich zu registrieren, gibt es keinerlei Sanktionen, aber Vorteile für solche, die es tun.Grundsätzlich geniesst keine Religion Sonderrechte. Dennoch spielt die Katholische Kirche als mit Abstand stärkste Glaubensgemeinschaft im Land eine besondere Rolle.

Vorkommnisse

Das Christentum ist in der Kultur von Kap Verde fest verankert. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Religionen gestalten sich grundsätzlich frei von Spannungen. Anlass zu grosser Freude vieler Katholiken war Anfang 2015 die Ernennung von Bischof Arlindo Gomes Furtado zum Kardinal. [9] Nachdem er 2004 zum Bischof von Mindelo ernannt worden war, wurde er 2009 Bischof von Santiago, der Hauptinsel von Kap Verde mit der Hauptstadt Praia.

Perspektiven für die Religionsfreiheit

Während des für diesen Bericht relevanten Zeitraumes gab es keine nennenswerten Veränderungen im Hinblick auf die Religionsfreiheit bzw. keine Ereignisse von besonderem Interesse. [10] Es besteht kein Grund zur Annahme, dass sich diese Situation grundsätzlich verändern wird. Allerdings ist die gesamte Region Westafrika grossen Veränderungen unterworfen, und der Einfluss von islamischem Extremismus kann nicht ausgeschlossen werden.

„Das Christentum ist in der Kultur von Kap Verde fest verankert. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen Religionen gestalten sich grundsätzlich frei von Spannungen“.

Endnoten / Quellen

[1] ‘Catholic Church in Republic of Cape Verde (Cape Verde)’, GicaCatholic, http://www.gcatholic.org/dioceses/country/CV.htm, (besucht am 28. März 2018).

[2] Munzinger Archiv 2018, https://www.munzinger.de/search/start.jsp, (besucht am 27. März 2018).

[3] Ibid.

[4] Bureau of Democracy, Human Rights and Labor, ‘Cabo Verde’, International Religious Freedom Report for 2016, U.S. State Department, https://www.state.gov/j/drl/rls/irf/religiousfreedom/index.htm#wrapper, (besucht am 28. März 2018).

[5] Ibid.

[6] Ibid.

[7] Ibid.

[8] Ibid.

[9] Deborah Castellano Lubov, ‘Pope Announces Names of 20 New Cardinals’, Zenit, 4. Januar 2015, https://zenit.org/articles/pope-announces-names-of-20-new-cardinals/, (besucht am 28. März 2018).

[10] Bureau of Democracy, Human Rights and Labor, op. cit.

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