Geistliche im Visier krimineller Organisationen

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MEXIKO
FALLSTUDIE

September 2016

Familienangehörige und Gemeindemitglieder versammeln sich in der Kirche Unserer Lieben Frau von Asunción in Paso Blanco (Bundesstaat Veracruz), um der Totenmesse zu Ehren des ermordeten Pater José Alfredo Suárez de la Cruz beizuwohnen.

Er war einer von zwei Priestern, deren Leichname die Behörden gefesselt und von Kugeln durchsiebt am Rand einer Straße aufgefunden hatten.

Innerhalb der letzten fünf Jahre sind Tausende unschuldiger Mexikaner getötet worden, darunter mindestens 23 Priester. Die Hauptursachen des Problems liegen im organisierten Verbrechen; dazu gehören Drogenkartelle und Banden, die mit gestohlenem Treibstoff handeln. Katholische Priester geraten immer wieder ins Visier der Kriminellen, da die Kirche offen Kritik übt an ihren Machenschaften und den korrupten Staatsdienern, die sie unterstützen. Pater Sergio Omar vom Centro católico multimedial (CCM; Katholisches Multimediazentrum) in Mexiko sagte: „Die Tötung eines Priester […] symbolisiert eine Machtdemonstration durch die kriminellen Organisationen.“

Mexikanische Medienorganisationen, darunter das CCM, berichten, dass die Drogenkartelle mit einigen Politikern und Richtern sowie Angehörigen der Polizei und der Sicherheitskräfte Bündnisse eingegangen sind, was „einen gesellschaftlichen Verfall von oben nach unten verursacht”.

Für Priester ist Mexiko das gefährlichste Land in Lateinamerika – sie sind dem Risiko von Entführungen, Schießereien, Prügeleien sowie Messer- und Sprengstoffanschlägen auf Kirchen (darunter die Kathedrale in Mexiko-Stadt) ausgesetzt. Laut CCM gab es allein im Jahr 2017 884 Fälle, in denen Geistliche bedroht oder erpresst wurden. Zudem seien innerhalb der letzten 30 Jahre 51 Priester ermordet worden; dabei sei in acht von zehn Fällen auch Folter zum Einsatz gekommen.

Quellen

Aid to the Church in Need (UK) news, 25. April 2018; Catholic Herald, 20. April 2018; Catholic News Agency, 11. August 2017; USA Today, 24. April 2018; Interview mit dem Centro Católico Multimedial, Mexiko.

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