Sprengstoffanschläge sunnitischer Extremisten auf schiitische Muslime

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AFGHANISTAN
FALLSTUDIE

April 2018

Ein Selbstmordattentäter der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) sprengte sich in der Hauptstadt Kabul vor einem Wählerregistrierungszentrum in die Luft, wo sich schiitische Muslime versammelt hatten.

Bei dem Attentat kamen mindestens 57 Menschen ums Leben (darunter 22 Frauen und acht Kinder), mehr als 100 weitere wurden verletzt. Am selben Tag wurden alle Mitglieder einer sechsköpfigen Familie getötet, als ihr Fahrzeug in der Nähe eines weiteren Wählerzentrums in Pul-e Khumri (Provinz Baghlan) mit einer am Straßenrand deponierten Bombe in Berührung kam.

In einer UN-Stellungnahme wurde der Anschlag in Kabul verurteilt und bestätigt, dass es in mehreren Registrierungszentren gewaltsame Zwischenfälle gegeben hatte und der Selbstmordanschlag in dem überwiegend von Schiiten bewohnten Viertel Dasht-e Barchi im Westen der Hauptstadt begangen worden war. Der afghanische Staatspräsident Aschraf Ghani twitterte: „Ich verurteile die abscheulichen Anschläge in Kabul und Pul-e Khumri.“

Es war das jüngste Attentat einer langen Serie von Anschlägen, die sunnitische Kämpfer auf die Schiiten in Afghanistan verübt haben. Ende Dezember 2017 waren bei einem Selbstmordattentat auf ein schiitisches Zentrum in Kabul mindestens 41 Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden.

Derartige Anschläge beschränken sich jedoch nicht auf Afghanistan oder den Nahen Osten. Im pakistanischen Quetta, das ebenfalls Ziel einer Serie von Anschlägen sunnitischer Kämpfer auf Schiiten war, wurden im Oktober 2017 fünf Mitglieder der schiitischen Hazara-Gemeinschaft von unbekannten Tätern aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug erschossen. Die Attentatswelle hat dazu geführt, dass sich die Gemeinschaft in zwei stark geschützte Enklaven am Stadtrand zurückgezogen hat.

Quellen

US News, 22. April 2018; ABC 7NY News, 22. April 2018; Al Jazeera, 22. April 2018, 9. Oktober 2017; BBC News (web), 28. Dezember 2017; New English Review, 11. Mai 2018; UN Assistance Mission in Afghanistan, 22. April 2018; Telegraph, 22. April 2018; France 24, 22. April 2018.

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