Katholiken während der Messe von Kämpfern ermordet

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NIGERIA
FALLSTUDIE

April 2018

Zwei Priester und 17 Gemeindemitglieder kommen ums Leben, als militante Islamisten aus dem Fulani-Hirtenvolk in der Diözese Makurdi, die in Nigerias sogenanntem „Mittleren Gürtel“ liegt, eine Kirche stürmen, während dort die Messe gefeiert wird.

Pater Joseph Gor und Pater Felix Tyolaha waren unter den Opfern des Anschlags, den die Fulani auf die St.-Ignatius-Kirche in Ukpor-Mbakib (Bundesstaat Benue) auf die Frühmesse verübten.

Der Gouverneur von Benue, Samule Ortom, sagte anlässlich einer Gedenkfeier für die Opfer am 22. Mai, dass die Welle der Fulani-Anschläge allein in seinem Bundesstaat bereits 492 Menschenleben gefordert habe.

In diversen Studien dieses Gewaltphänomens werden vor allem ethnische Differenzen zwischen Christen und den Fulani sowie Streitigkeiten hervorgehoben, die Weideland für das Vieh des Hirtenvolks betreffen, doch offenbar spielt auch die Religion eine zunehmend wichtige Rolle.

Pater Alexander Yeyock, Gemeindepfarrer der St.-Johannes-Kirche in Asso, sagte nach Anschlägen der Fulani in der Karwoche 2018, bei denen zwei Mitglieder seiner Gemeinde getötet wurden: „Das Attentat hat zwei Dimensionen. Die erste ist die Islamisierung der christlichen Gemeinschaft. Die zweite Dimension ist, dass die Fulani-Hirten unsere Ackerflächen konfiszieren wollen, um sie als Weideland zu nutzen.“

Der Bischof von Makurdi, Wilfred Chikpa Anagbe, sagte gegenüber Kirche in Not: „Es gibt eine klare Agenda, einen Plan, alle Gebiete im […] Mittleren Gürtel zu islamisieren, die zurzeit überwiegend christlich geprägt sind.“

Nigerias Bischöfe veröffentlichten eine scharf formulierte Stellungnahme, in der sie die Anschläge verurteilten und erneut einen Aufruf an die föderale Regierung richteten, Maßnahmen zum Schutz von Menschenleben zu ergreifen.

Quellen

Aid to the Church in Need (UK) News, 13. April 2018, 21. Mai 2018, Gouverneur Samuel Orton, Katholische Bischofskonferenz von Nigeria, 26. April 2018

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