Niederlage der Extremisten läutet Wiederaufbau einer Stadt ein

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Irak
FALLSTUDIE

Juni 2018

Als Karakosch, die letzte irakische Stadt mit mehrheitlich christlicher Bevölkerung, im Jahr 2014 an den Islamischen Staat (IS) fiel, befürchteten viele, dass es für die Christen im Land keine Zukunft mehr gäbe. Doch im Juni 2018 waren nicht nur die militanten Extremisten vertrieben worden – neue Zahlen belegten auch, dass nahezu jeder zweite Bewohner wieder in seine Stadt zurückgekehrt war.

Die Statistik, die das katholische Hilfswerk Kirche in Not (KIN) und das Nineveh Reconstruction Committee mit der Unterstützung lokaler Kirchengemeinden erstellt haben, zeigt auf, dass inzwischen 25.650 Christen nach Karakosch zurückgekehrt sind.

Darüber hinaus sind von den 6.826 beschädigten Wohnhäusern in Karakosch 2.187 (also beinahe ein Drittel) mit der Unterstützung von KIN und weiteren Organisationen wiederaufgebaut worden.

Einen Höhepunkt erreichte die Rückkehr der Familien im August 2017: Eltern waren bestrebt, ihren Kindern rechtzeitig einen Platz in der Schule zu sichern.

Die Instandsetzung der Schulen war in Karakosch deutlich besser vonstattengegangen als in den umliegenden Dörfern. So hatte Stephen Rasche von der chaldäisch-katholischen Erzdiözese von Erbil im Rahmen einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus berichtet, dass die sogenannten „fertiggestellten“ Schulen in den mehrheitlich christlichen Ortschaften Teleskov und Batnaya unbenutzbar seien, da sie lediglich „einen dünnen Farbanstrich auf der Außenfassade, mit frisch eingestanzten UNICEF-Logos alle zehn Meter“ erhalten hätten.

Bezüglich der Sanierungsmaßnahmen in Karakosch und anderenorts betonte Pater Andrzej Kalemba, KIN-Projektkoordinator für den Nahen Osten, auch die zu bewältigenden Herausforderungen: „Neben dem materiellen Aufbau von Häusern und Kirchen gibt es in diesen Ländern noch etwas ganz Wesentliches zu reparieren: das Zusammenleben. Damit dies geschehen kann, müssen Christen und Muslime zusammenarbeiten, um den Irak zu einer geeinten Nation zu machen, die sich aus der Asche erheben kann, die der IS hinterlassen hat.“

Quellen

ACN News, 21. August 2017; Washington Free Beacon, 4. Oktober 2017; Hope on the Horizon: Can Iraq’s Christians go home? ACN (UK) benefactor report (März 2017); zusätzliche Informationen vom Nineveh Reconstruction Committee (https://www.nrciraq.org/).

Über uns

KIRCHE IN NOT (ACN) ist ein internationales katholisches Hilfswerk, das direkt dem Heiligen Stuhl untersteht. Es wurde 1947 gegründet. Es unterstützt pro Jahr über 6000 pastorale Projekte in über 140 Ländern pro Jahr. Durch die drei Säulen – Information, Gebet, Handeln – hilft KIRCHE IN NOT Christen, wo sie verfolgt, unterdrückt werden oder in Not sind.